Dieses Jahr hat sich einiges in der Entwicklung der Stadtbuehne getan. Im Frühjahr wurde bereits der Allesandersplatz e.V. gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat die Entwicklung der öffentlichen Räume rund um das Haus der Statistik zu begleiten und öffentliche Veranstaltungen zu organisieren die sich mit der Geschichte rum um den Alexanderplatz und der Nachbarschaft auseinandersetzen. Zum Beispiel das Nachbarschaftstreffen, welches seit August stattfindet.
Im Spätsommer wurden die Zuwendung zur Realisierung des Projektes dann bewilligt. Ein wichtiger Meilenstein, der den Weg frei machte für die unmittelbar greifbare Umsetzung der temporären Freiraumgestaltung. Damit rückte das Vorhaben vom Planungsstatus in die praktische Realisierung.
Seitdem sind bereits sichtbare Schritte unternommen worden: Im Rahmen des Teilprojekts „Kollektiv.Haine“ wurden mehrere Bäume aufgestellt und umgetopft. Die Bäume stammen Spenden aus zwei verschiedenen Baumschulen und sind zugleich Teil des Kunstprojekts WildWoods von Violeta Burckhardt und Andreas Greiner. Damit schlagen wir symbolisch eine Brücke: Bäume als lebendige Akteurinnen, die dem Ort Erinnerung, Natur und neue Möglichkeiten für Gemeinschaft verleihen. Die Idee entspricht der Grundhaltung unseres Projektes: Offen für Aneignung und Veränderung, von der Stadtgesellschaft mitgestaltet und für alle nutzbar.




Parallel dazu fand zur Feier des 10-jährigen Jubiläums des Haus der Statistik unser offizieller Startschuss für die temporären Freiräume statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde die „Uhrbank“ gefertigt und aufgestellt: ein erstes Stadtmöbel welches als soziale Infrastruktur dient, ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Aushandlung. Außerdem wurde eine vorläufige Version der Bühne der Demokratie errichtet welche sich flexibel durch den Stadtraum bewegte.
Im Zuge der Veranstaltung gab es auch eine Performance, bei der ein Teil der historischen „Radiale“ markiert wurde: eine bewusste Geste der Auseinandersetzung mit dem Ort, seiner Geschichte und seinen möglichen Zukünften.
Außerdem ist die Website der Stadtbuehne online gegangen, auf der auch in Zukunft die weitere Entwicklung der Freiräume begleitet wird es auch Informationen zu öffentlichen Veranstaltungen geben wird.
Diese Schritte markieren den Übergang vom Konzept zur Erfahrung: Der Raum wird greifbar, er wird genutzt — als Bühne für Kunst und Begegnung, als ruhiger Rückzugsort, als lebendiges Stück Stadt, zugänglich für alle, offen für Aneignung, geprägt von Gemeinschaft.
In den kommenden Wochen und Monaten setzen wir diesen Prozess fort: mit weiteren Aktionen, weiteren Ausbauten, weiteren Gelegenheiten zum Mitmachen. Ziel ist, dass sich der Ort nicht als fertiges Produkt präsentiert, sondern als offenes, wandelbares Angebot. Ein Raum, der mitwächst.
Text und Fotos: Studio Erde


