Ausschreibung: 10. Etage – Flächenvergabe im Haus A des Haus der Statistik
Am 01.03.2026 startet das Bewerbungsverfahren für die 10. Etage im Haus A des Haus der Statistik am Berliner Alexanderplatz. Bis zum 15.04.2026 können sich Initiativen, Organisationen und Projekte aus Kunst, Kultur, Bildung und Soziales um Räume bewerben.
Die ausgeschriebenen Flächen sind Teil des Modellprojekts Haus der Statistik, das seit 2015 aus zivilgesellschaftlichem Engagement heraus entwickelt wurde. Das ehemalige Verwaltungsensemble steht heute für eine neue Form kooperativer, gemeinwohlorientierter Stadtentwicklung.
Haus A – kooperative Räume im Herzen Berlins
Haus A ist der markante Kopfbau des Ensembles an der Karl-Marx-Allee. Hier entstehen langfristig gesicherte, bezahlbare Räume für zivilgesellschaftliche Nutzungen. Die Vergabe betrifft die oberste Etage (10. Stock) direkt unter der Dachterrasse, welche mit verschiedenen größeren und kleineren Räumen ausgebaut wurde und ab sofort nutzbar ist.
Die Flächen richten sich an Akteur:innen, die sich aktiv in das entstehende gemeinwohlorientierte Quartier einbringen möchten. Gesucht werden Projekte mit gesellschaftlicher Wirkung und kooperativer Haltung, die Synergien im Haus und darüber hinaus entwickeln wollen.

Wer wir sind: AndersMachen eG
Die Flächen werden durch die AndersMachen eG betrieben – eine selbstorganisierte Betriebsgenossenschaft zivilgesellschaftlicher Akteur:innen im Haus der Statistik.
Die Genossenschaft ist Teil der gemeinwohlorientierten Trägerstruktur des Modellprojekts und übernimmt langfristig Verantwortung für:
- den operativen und wirtschaftlichen Betrieb der Räume
- die gemeinschaftliche Selbstverwaltung
- die Weiterentwicklung des Programms im Quartier
- die langfristige Sicherung des Standorts im Bestands sowie den ergänzenden Betrieb von drei Experimentierhäusern im Neubau ab 2028 – 2030.
Grundlage für die Flächen im Bestand ist ein 30-jähriger Generalmietvertrag mit dem Land Berlin.
Die Mitglieder der Genossenschaft tragen gemeinsam Verantwortung – organisatorisch, programmatisch und wirtschaftlich. Kooperation, demokratische Mitbestimmung und solidarisches Handeln sind zentrale Prinzipien.

Handlungsfelder
Die 10. Etage ist eingebettet in ein vielfältiges zivilgesellschaftliches Cluster mit derzeit über 50 Organisationen. Die programmatische Ausrichtung orientiert sich an fünf gemeinwohlorientierten Handlungsfeldern:
- Kunst- und Kulturproduktion
- Bildung
- Soziale Arbeit und Nachbarschaft
- Klima-, Ressourcen- und Generationengerechtigkeit
- Intersektionalität und Equality
Erwartet wird eine klare Verortung des eigenen Projekts in mindestens einem dieser Felder sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit über disziplinäre Grenzen hinweg.
Raumstruktur
Die Bewerbung ist möglich für:
- Die ganze 10. Etage mit insgesamt 950 m² Bruttogeschossfläche
- Einzelräume
- Optionsräume, die flexibel und gemeinschaftlich genutzt werden (z. B. für Workshops, Ausstellungen, Proben, Versammlungen oder Bildungsformate)
Gemeinschaftsflächen wie Küchen, Besprechungs- oder Workshopräume werden geteilt.
Ein ressourcenschonender Umgang mit Raum und Infrastruktur ist ausdrücklich erwünscht.



Mietkonditionen & solidarisches Mietmodell
Die Miete für die Flächen in der 10. Etage beträgt 25 €/m² nettokalt.
Die Vermietung ist Teil eines transparenten solidarischen Mietmodells: Die Höhe der Miete richtet sich – innerhalb festgelegter Tarifstufen – nach den finanziellen Möglichkeiten der jeweiligen Nutzer*innen. So können auch kleinere oder finanziell schwächere Initiativen Räume nutzen und es entsteht ein solidarisches Gefüge, das ökonomische Unterschiede ausgleicht und gemeinschaftliche Verantwortung stärkt.
Die Einnahmen aus der 10. Etage dienen als „Solidarmiete“ dazu, die Flächen im Erdgeschoss für alle offen und bezahlbar zu halten – als Aktionsfläche und inklusive Spielstätte für das gesamte Quartier.

Gemeinwohlorientierung & Haltung
Voraussetzung für die Vergabe ist eine klar erkennbare Gemeinwohlorientierung. Dazu zählen insbesondere:
- diskriminierungssensibles und diversitätsorientiertes Arbeiten
- Bereitschaft zu Kooperation und Ressourcenteilung
- Beitrag zur Öffnung des Hauses in die Stadtgesellschaft
- Transparenz und kollektive Verantwortungsübernahme
Das Haus der Statistik versteht sich als Raum „von Vielen für Viele“ – mit öffentlicher Zugänglichkeit, niedrigschwelligen Angeboten und Programmen ohne Konsumzwang.

Das Modellprojekt Haus der Statistik
Das Quartier grenzt direkt an den Alexanderplatz und verbindet Innenstadtlage mit einem angrenzenden Wohnviertel. Es steht für eine neue Allianz von Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung.
Impulsgeberin war 2015 die zivilgesellschaftliche Initiative Haus der Statistik, die mit der Forderung nach „bezahlbaren Räumen für Kunst, Kultur und Soziales“ eine Neuausrichtung des Areals anstieß.
Heute entsteht hier ein langfristig gesichertes, gemeinwohlorientiertes Stadtquartier mit zivilgesellschaftlichen Flächen, Wohnen, Verwaltung, Kultur, Bildung und sozialen Angeboten.
Die 10. Etage ist Teil dieser langfristigen Vision.
Bewerbung
Formlose Bewerbungen für die 10. Etage können per E-Mail an raumvergabe@hausderstatistik.org eingereicht werden.
Bewerbungsstart: 01.03.2026
Bewerbungsschluss: 15.04.2026
Wir freuen uns auf Bewerbungen von Organisationen und Initiativen, die das Haus der Statistik als kooperativen, solidarischen und gemeinwohlorientierten Ort mitgestalten möchten.
Vorstand der AndersMachen eG