Vergabeverfahren – Was ist passiert?

Das Vergabeverfahren für erste langfristige Räume in Haus A ist auf der Zielgeraden! Aus den 302 Bewerbungen hat die ZKB eG im April eine Vorauswahl getroffen und diese durch das Vergabe-Gremium für die nächste Runde bestätigen lassen.

Vergabeverfahren – Was ist passiert?

Mit den verbliebenen ca. 150 Organisationen und Initiativen wurden im Mai und Juni im Rahmen von sechs Vor-Ort-Treffen Raumbedarfe konkretisiert und mögliche Synergien zwischen einzelnen Akteuren erkundet. Die Erkenntnisse aus den Treffen bildeten im Zusammenspiel mit konkreten Vergabe-Kriterien die Basis für die zweite Gremiumssitzung Anfang Juli.

Dort wurden nun 65 Organisationen, Kollektive und Vereine aus den Bereichen Kulturproduktion, Bildungsangebote, Intersektionalität & Gerechtigkeit, sowie Soziale Angebote für den weiteren Prozess ausgewählt. Mit den ausgewählten Akteuren geht die ZKB eG in die weitere Projektentwicklung für Haus A. Hinzu kommen ab Herbst noch Akteure aus dem Bereich Kulturproduktion für die Flächen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss. 

Geplant ist, bis Ende dieses Jahres gegenseitig Verbindlichkeiten herzustellen, wer ab Ende 2025 Flächen in Haus A beziehen kann. Die ausgewählten Bewerber:innen sollen das Haus später in Selbstverwaltung übernehmen. Hierzu wird im Herbst 2023 die Genossenschaft “AndersMachen eG” gegründet, in der die Nutzer:innen Mitglied werden.

Das Spektrum der Bewerbungen ist sehr vielfältig und spiegelt die gewünschte Mischung im neu entstehenden Quartier wider: Beispielhafte Bewerber:innen sind das Kunstbildungsprogramm und aktuelle Pioniernutzer Ubuntus e.V., die ein barrieresensibles Gemeinschaftsatelier von und für Menschen mit/ohne Behinderung und/oder Fluchterfahrung entwickeln; der Verein Bühne für Menschenrechte e.V., der aktuelle Menschenrechtsfragen durch dokumentarisches Theater erkundet, sowie der soziale Träger Wendepunkt, der seit 2010 im Bezirk Berlin-Mitte mit sozialen Projekten tätig ist. Sie möchten mehrere ihrer Dienste im neu entstehenden Quartier ansiedeln, u.a. Hilfe bei der Erledigung von Behördenangelegenheiten, eine offene Nähwerkstatt, sowie einen Mobilitätsdienst für Seniorinnen und Senioren. Durch internationale Bildungsangebote soll das Modellprojekt über die Landesgrenzen hinausgetragen werden.

Das Gremium besteht aus Vertreter:innen der Quartiersentwicklung, aktiven Pioniernutzer:innen am Haus der Statistik, sowie externen Fachleuten aus den Bereichen Kunst, Kultur, Soziales, inklusive Nachbarschaften, Bildung, stadträumliche Transformation, sowie Klima- und Generationengerechtigkeit:

Themenfeld “Kunst & Kultur”

  • Daniel Brunet, Koalition der Freien Szene Berlin
  • Christof Zwiener, Netzwerk freier Berliner Projekträume und –initiativen
  • Martin Schwegmann, berufsverband bildender künstler*innen bbk

Themenfeld “Soziales, Diversität und inklusive Nachbarschaften”

  • Sibel Olguner, puduhepa e.V
  • Claudia Nier, Nachbarschaftsrat Karl-Marx-Allee II. Bauabschnitt
  • Valerie Karima Djurhuus, Loom e.V.

Themenfeld “Bildung”

  • Marwa Al-Radwany, Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Berlin e.V./ Jugend Sprungbrett Kultur

Themenfeld “Klima- und Generationengerechtigkeit”

  • Mara, Fridays for Future
    Themenfeld “stadträumliche Transformation”
  • Rebecca Wall, Urbane Praxis e.V.
  • Stefan Thimmel, Hermann-Henselmann Stiftung

Vertreter:innen der Pioniernutzungen am Haus der Statistik

  • David Heim (Bühne am Haus der Statistik e.V.), Pioniernutzer Themenfeld Kunst&Kultur
  • Zeljka Batinic (Mensch Raum Land e.V.) & Viviane Tabach (Co-Making Matters), Pioniernutzerinnen im Themenfeld Bildung und Soziales
  • Ingrid Wolf (Essbar) & Nora Wilhelm (Mitkunstzentrale), Pioniernutzerinnen im Themenfeld Klima & Ressourcennutzung

Vertreter:innen der Koop5 / Quartiersentwicklung

  • Jonas Machleidt, SenSBW (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen)
  • Petra Patz-Drüke, Bezirksamt-Mitte (Sozialraumorientierung, Partizipation, Stadtteilarbeit und Bürgerschaftliches Engagement) 
  • Harry Sachs, ZUsammenKUNFT Berlin eG

Das Gremium orientiert sich bei der Vergabe an konkreten Kriterien, um eine faire, inhaltlich stimmige und wirtschaftlich tragfähige Vergabe zu gewährleisten. 

Das erste Vergabeverfahren bezieht sich auf die Flächen in den Stockwerken 2-7 von Haus A, dem Kopfbau der Bestandsgebäude am Alexanderplatz. Dort werden Räume für soziale Einrichtungen, Werkstätten, Ateliers, Bildungsangebote, Proberäume, Bühnen, Workshops, Begegnung und Kulinarik geschaffen. Sowohl Einzelräume als auch sogenannte Optionsräume, die gemeinschaftlich genutzt werden, stehen zur Verfügung. Die Vergabe weiterer Flächen im Quartier wird schrittweise ab Anfang 2024 erfolgen.



Temporäres Gestaltungskonzept für die Freiflächen am Haus der Statistik und am Haus des Reisens liegt vor

Unter dem Vorsitz der Landschaftsarchitektin Undine Giseke haben sich die Mitglieder des Obergutachtergremiums des freiraumplanerischen Werkstattverfahrens zur temporären Gestaltung der Freifläche rund um das Haus der Statistik entschieden.

Temporäres Gestaltungskonzept für die Freiflächen am Haus der Statistik und am Haus des Reisens liegt vor

Drei Planungsteams aus Landschaftsarchitekten, Stadtplanern, Architekten und Künstlern hatten zuvor in zwei Arbeitsphasen Ideen und Konzepte für eine Gestaltung der Freiflächen entwickelt, die im Zuge einer Planungswerkstatt öffentlich vorgestellt und diskutiert wurden.

Die temporär gestaltete Fläche soll bis ca. 2028 die Bauphase am Haus der Statistik begleiten.

Der erste Rang wurde einstimmig durch das Gremium an die Landschaftsarchitektin Robin Winogrond (Zürich) mit Studio Erde (Berlin), Violeta Burckhardt (Zürich) und der BeL Sozietät für Architektur (Köln) vergeben und empfahl der Ausloberin, das Team mit der Umsetzung zu beauftragen.

Bild: Robin Winogrond Zürich mit Violeta Burckhardt, Zürich, Studio Erde, Berlin, Bel Sozietät für Architektur, Köln

Der zweite Rang wurde an den Beitrag der Arbeitsgemeinschaft der Büros ADEPT (Kopenhagen/Hamburg) und POLA Landschaftsarchitekten (Berlin) vergeben, der dritte Rang an die Arbeit des Büros NUWELA (München). 

Bild: ADEPT, Kopenhagen mit POLA, Berlin

Bild: NUWELA, München

Prof. Undine Giseke, Vorsitzende des Obergutachtergremiums würdigte die Arbeiten aller Teams als wertvolle Beiträge zur Diskussion über die zukünftige Gestaltung der innerstädtischen Freiflächen. „Der für die Umsetzung empfohlene Entwurf zeichnet sich durch einen besonders sensiblen Umgang mit der Historie und dem Geist des Ortes aus. Darüber hinaus ist er durch seine Kleinteiligkeit äußerst robust und anpassungsfähig und damit für eine temporäre Umsetzung besonders geeignet. Interessant sind außerdem die Impulse zur aktiven Beteiligung der Nachbarschaft sowie die konkreten Vorschläge für ein umfassendes Materialrecycling.“

Manfred Kühne, Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, hob hervor: „Mit dem Entwurf erhalten wir einen spannenden Beitrag zu der Frage, wie innerstädtische Freiräume kurzfristig belebt und bespielt werden sollen. Dabei sind nicht nur kluge Gestaltungselemente, sondern auch eine sich selbst tragende Akteursstruktur zur Pflege und Aktivierung der Flächen vorgesehen. Die Realisierung auf Zeit gibt uns die Möglichkeit, Dinge auszutesten, die für die langfristige Gestaltung am Haus der Statistik übernommen werden können.“