CO–RE (Contextual Research) ist ein diverses Team aus Künstler:innen/Kurator:innen, das Statistik kritisch und kreativ untersucht.
„Statistiken auf dem Tisch“ ist ein künstlerisches Forschungslabor rund um die Produktion, das Management und die Verbreitung statistischer Daten heutzutage. Geleitet von den folgenden Fragen: Wie kann Kunstpraxis dazu beitragen, den Fluss und die Sichtbarkeit von statistischen Informationen zu diversifizieren und zu demokratisieren? Auf welche Weise kann Statistik zu einem Werkzeug werden, um das noch nicht Sichtbare und das noch nicht Quantifizierbare zu berücksichtigen? Wie tragen Statistiken zur Formung sozio-politischen Kontextes bei?
CO–RE führt ein Programm in drei Phasen durch – Input, Research und Output. In der ersten Phase finden Diskussionsrunden mit Gastexpert:innen für Data Science und Statistik statt. Daran anknüpfend werden die Teilnehmenden ermutigt, eine Recherche über die Beziehung von Daten zu einem Thema von persönlichem Interesse zu entwickeln. Zu Themenschwerpunkten gehören Urbaner Raum, migrantische und postmigrantische Perspektiven, gender diversity und Klimagerechtigkeit. Die Ergebnisse werden im Rahmen der Jahresusstellung am Haus der Statistik im Juni 2021 ausgestellt.
CO-RE (Contextual research) ist ein diverses Team von acht Künstler:innen, Kulturschaffenden und Kurator:innen. Wir sind mit dem MA Art in Context (UdK) verbunden und sind seit September 2020 am Haus der Statistik aktiv.
Bestätigte Diskussionsteilnehmende: Igor Vidor, Domestic Data Streamers,
Moritz Stefaner, Dariya Kryshen und Orangotango.
CO-RE (Min Kyung Kim, Daniela Medina Poch, Svenja Simone Schulte,
Viviane Tabach, Jan Philip Barner, Fred Becker, Redwane Jabal und Pablo Santacana López)
SİNEMA TRANSTOPIA untersucht Kino als sozialen Diskursraum, als Ort des Austauschs und der Solidarität. SİNEMA TRANSTOPIA bringt diverse soziale Communities zusammen, verknüpft geographisch entfernte und nahe Orte, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und dezentriert einen eurozentristischen Blick durch transnationale, (post-)migrantische und postkoloniale Perspektiven. SİNEMA TRANSTOPIA ist eine Transtopie, ein Ort, an dem „grenzüberschreitende Bindungen und Verbindungen zusammenlaufen, neu interpretiert werden und sich zu Alltagskontexten verdichten” (Erol Yıldız). Im Rahmen der Pioniernutzung der stadtpolitischen Initiative Haus der Statistik schlägt das Kino-Experiment eine Brücke zwischen urbaner Alltagspraxis und Film als alternative, verschiedene soziale Perspektiven verbindende Kunstform.
bi’bakist als gemeinnütziger Verein organisiert und wurde 2014 von den Künstler:innen und Kurator:innen Malve Lippmann und Can Sungu gegründet. Das kuratierte Filmprogramm, bi’bakino hat zum Ziel, transnationale, postkoloniale und postmigrantische Perspektiven aufzuzeigen. Mit geladenen Expert:innen aus Kunst, Film und Wissenschaft wird ein differenzierter, nicht eurozentrischer Blick auf Gesellschaft und Kulturgeschichte ermöglicht.
Werkstatt für Kunst und Klima im öffentlichen Raum
Ein Projekt von Erik Göngrich und Valeria Fahrenkrog
Die MITKUNSTZENTRALE ist ein Ort der Begegnung, des Austausches, der kollektiv entwickelten Wissensproduktion, der Begriffsschärfung und der Zusammenarbeit an klimasensiblen künstlerischen Objekten und Arbeitsweisen. In einem gemeinschaftlich entwickelten Raum sollen beispielhafte Nutzungen entwickelt werden, die sich zusammen mit Holzwerkstatt, Textil-Showroom, Open-Air-Backofen, Diskurs- und Ausstellungsräumen diverser Initiativen ab sofort im Haus der Statistik befinden und auch für die Zukunft vor Ort bleiben sollen!
Kunst im öffentlichen Raum kann im Idealfall gesellschaftlichen Austausch und Beteiligung anstoßen. Sie kann zu einem Ort (oder Anlass) der Verhandlung und Auseinandersetzung werden und auf diese Weise Öffnungen und Öffentlichkeit herstellen, die wiederum auf den Raum zurückwirken und ihn somit mitgestalten. Genau hier setzt die MITKUNSTZENTRALE an: das Haus der Statistik als einen Handlungsraum zu begreifen, der sich an Fragen des Gemeinwohls, der Klimaveränderung und Demokratie orientiert.
Mitkunstzentrale mit Special Guest BooksPeoplePlaces, 15.08.2020
Arbeitsschwerpunkte
A_Haus der Materialisierung
Das Haus der Materialisierung ist ein Dach für Initiativen rund um eine ökologische Materialwirtschaft.
Ausgehend vom Prinzip der Zirkulation, will sich die MITKUNSTZENTRALE nachhaltigen künstlerischen Praktiken annähern. Ästhetisches und künstlerisches Arbeiten wird mit klimapolitischen Fragen verbunden. Erstens aus der materiellen Sicht der Wiederverwendbarkeit, des Recyclings und der objektbezogenen Umnutzung. Und zweitens, aus der Sicht von immateriellen, solidarischen, gesellschaftlichen Aspekten des Ideen-Recyclings, der räumlichen Umnutzung, dem Erhalt von Geschichten und gesellschaftlichen Transformationsprozessen.
B_Haus der Statistik
Mit ästhetischen Mitteln soll die zukünftige Nutzung und Entwicklung des Hauses als neues Stadtquartier begleitet, beforscht und damit im Prozess mitgestaltet werden.
Mit künstlerischen Aktionen, Installationen, Skulpturen, Performance und Interventionen im und außerhalb des Gebäudes soll ein Beteiligungsprozess initiiert und damit ein Raum geöffnet werden, in dem nicht nur etwas gezeigt wird, sondern der angeeignet werden kann. Es geht um die Diversität und Bezahlbarkeit (und damit Benutzbarkeit) des öffentlichen Raumes im Zentrum Berlins.
C_ KIEZ im Zweiten Bauabschnitt Karl-Marx-Allee
Die Mitkunstzentrale steht in direktem Austausch mit den Bewohner:innen der Nachbarschaft des Hauses der Statistik. Wir wollen untersuchen wie Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum als sozialer-historischer und politischer Prozess entwickelt werden kann. Die Gegebenheiten werden mit den verschiedenen Projektpartnern erforscht und in Orts-, Zeit- und Personen-Spezifische Kunstwerke umgesetzt.
Programm
2020 entwickelte die MITKUNSTZENTRALE eine Aktions-, Diskussions- und Präsentationsreihe zur Erforschung des öffentlichen Raumes mit den Mitteln der Kunst.
Veranstaltungen in Form von Vorträgen, Gespräche, Aktionen, Ausstellungen Buchpräsentationen und Workshops nahmen klimatische Fragen um eine nachhaltige künstlerische Produktion sowie die Entwicklung des Standortes, in ständiger Kollaboration mit Akteur:innen des Hauses der Materialisierung, des Hauses der Statistik und der Nachbarschaft, in den Fokus.
In Kooperation und ständiger Zusammenarbeit mit Susanne Schröder und Pauline Henke (Lebensmittelpunkt Mitte) wurden, parallel zu den Veranstaltungen, diverse Kochaktionen und die Entwicklung einer mobilen Küche, umgesetzt.
Projektpartner:innen
Dorothee Albrecht, Luise Bartels, Alexander Callsen, Karin Ehrle-Horst, Christoph Franz (Meier&Franz), Florian Göttke, Pauline Henke, Matthias Heyden, Gary Hurst, Boris Joens, Simone Kellerhoff (Material Mafia), Bettina Knaup, Seraphina Lenz, Michelle-Marie Letelier, Ana Lichtwer, Steffen Mau, Jonas Merold, Marcela Moraga, Andrew Plucinski, Inken Reinert, Janine Sack, Peter Schmidt, Susanne Schröder, Michael Schultze, Daniela Spiegel, Secil Yersel.
Gefördert von:
Burner Embassy Berlin
Ein Raum für Gemeinschaft von, mit und für Alle, geschaffen durch Zusammenarbeit und kreativen Selbstausdruck.
Die Burner Embassy Berlin ist ein Raum von, mit und für die Community, sowohl im Zusammenhang mit Burning Man als auch anderweitig. Die Embassy ist ein Raum, der durch und mit gemeinschaftlicher Zusammenarbeit, Partizipation und radikalem Selbstausdruck geschaffen wurde. Die Botschaft lebt nach folgenden Prinzipien:
Radikale Inklusion – alle sind willkommen -, Dekommodifizierung – keine kommerzielle Nutzung, Schenken -, alles wird freiwillig und kostenlos zur Verfügung gestellt, Leave No Trace – persönliche Spuren (und Müll) wieder mitnehmen. Civic Responsibility – auf Nachbarn und Regeln achten.
Die Embassy lädt alle Menschen ein, sie gemeinsam zu schaffen und sich in ihr auszudrücken.
Die Burner Embassy Berlin arbeitet auf drei Ebenen:
Zunächst als zentraler, permanenter, gemeinsamer Ort innerhalb der Berliner Burner-Community (Burner = Teilnehmer von Burning Man und / oder darauf basierten Veranstaltungen (sogenannten Burns), um die verschiedenen Gruppen zusammenzubringen.
Außerdem als erste Anlaufstelle für internationale Burner, die Berlin besuchen.
Und nicht zuletzt als Raum, um Nicht-Burner (Nachbarn, andere Gruppen im Haus der Statistik, Berliner…) willkommen zu heißen und ihnen zu zeigen, welch progressives Potential die Burner-Community in sich trägt.
Die Burner Embassy Berlin ist auf Anfrage rund um die Uhr für Burner, Nachbar:innen und andere Gruppen im Haus der Statistik geöffnet. Regelmäßige Veranstaltungen finden sechsmal im Monat statt (Open Embassy, Crafternoon, Pasta Potluck, Filmabende, Spieleabend, Queer Burner). Es gibt einen offenen, zugänglichen Online-Kalender, in den jede/r ihre/seine Veranstaltungen eintragen kann, solange sie/er sich an die Embassy Etikette hält.
Der Raum wird ausschließlich durch Spenden vor Ort und online finanziert. Neue Spender:innen sind gerne gesehen.
The Burner Embassy Berlin is a space by, with and for the community, both Burning Man related and in general. It is a space created by and with Communal Effort, Participation and Radical Self-expression. The Embassy subsists on the principle of Radical Inclusion- everybody’s welcome -, Decommodification – nothing commercial, no commercial uses, no consumers – and Gifting – everything is voluntarily given for free. Also Leave No Trace – take your traces (and trash) with you. Civic Responsibility – care for neighbors and rules. It is an invitation for people to co-create and make it their own.
The Burner Embassy Berlin aims to work on three levels:
First as an Embassy within the Berlin Burner (Burner = participants of Burning Man and / or related events (= Burns)) community, to bring the different groups together, as a permanent space to grow.
Second as a first point of contact for international Burners visiting Berlin.
Third as a space to welcome non-Burners (neighbours, other groups in Haus der Statistic, Berlin inhabitants…), to show them what it can mean to „burn“, to co-create together.
The Burner Embassy Berlin is open 24/7 on demand for Burners, neighbours and other groups within the Haus der Statistik. Regular events take place six times per month (open embassy, crafternoon, pasta potluck, movie nights, game night, queer burners). There is an openly accessible agenda where everybody can schedule events, as long as they follow the Embassy Etiquette.
The space is financed solely through donations. We are always happy for new donors.
Adresse
Otto-Braun-Straße 72
OTTO, Zugang Otto-Braun-Straße 72
ZK/U
Zentrum für Kunst und Urbanistik
Projektvorhaben im HdM:
1) GÜTERMARKT: Das ZK/U arbeitet seit vielen Jahren mit dem Format des „Gütermarkt“ als ein Element der Nachbarschaftsarbeit. Beim Gütermarkt wird die Wiederverwendung von Restmaterial über einen Flohmarkt mit angedockten Handwerkerstationen zur direkten Transformation der Materialien, angereichert durch das soziale Happening des Markttags mit Workshops („Güterverkehr“), Live-Musik und Essen erlebt.
So entsteht eine populäre Wiederverwendungskultur mit Bildungs- und Produktionsebenen (Umschneidern von Textilien, Restholzmöbelbau, Elektroreparatur, Fahrradwerkstatt bis hin zu Fermentation von Gemüse, etc)
Der Gütermarkt soll als regelmäßiges Format auch im HdM mit umliegendem Aussenraum etabliert werden. Als öffentliche Plattform der produzierenden Akteure des HdM und der Nachbarschaft soll der Gütermarkt den KO-Markt erweitern.
2.) BETRIEBSSYSTEM: Ausgehend von dem Praxislabor „Bee-Coin“ – ein blockchain-basiertes Experiment eines alternativen Wertediskurs, welcher im ersten Stock des HdM seit Mai 2019 mit 7 Bienenstöcke operiert – soll der Diskurs über nicht-monetäre Wertschöpfungsketten der vornehmlich ehrenamtlich getätigten Arbeiten am HdS / HdM in einem Wertesystem erfasst werden. Ein alternatives Währungssystem für solidarische Kreisläufe und mehrdimensionale Wertschöpfungen soll am HdM schrittweise und modellhaft für das ganze Quartier installiert werden.
3.) KÜNSTLERISCHER MATERIALDISKURS: Das ZK/U betreibt ein Artist in Residence Programm mit 14 Atelierwohnungen, in denen über mehrere Monate Gastkünstler und Forscher aus aller Welt zu Fragen des Urbanen arbeiten. Einer der temporären Projekträume im HdM soll an wechselnde mit dem Material vor Ort produzierende Künstler/Kollektive im Kontext der Ziele des HdM für jeweils 3 Monate über das ZK/U Residenzprogramm vergeben werden.
4.) STADTPOLITISCHE FORSCHUNG: Im Rahmen des Untersuchungsausschuss des ZK/U soll das Themenfeld „Ware contra Waste: zirkuläre Produktion in Postwachstumsökonomien“ künstlerisch erforscht werden.
5.) KÜNSTLER IN ABFALLORGANISATIONEN: Im Artist Displacement Programm des ZK/U wurde 2017 über mehrere Monate mit einem Resident bei der BSR ein künstlerischer Diskurs gestartet. Eine Fortsetzung von Artists-Displacements in der Recycling-/Abfallindustrie ist angestrebt.
Transnationales Kollektiv zur experimentellen Erforschung digitaler Subkulturen und memetischer Widerstandstechniken.
Zeitraum: 01.07.20 bis 31.07.20
Ausgehend vom Workshop-Format #HYPECOMPASS, das Clusterduck 2019 erstmalig beim Festival „Influencers“ in Barcelona vorgestellt hat (s. Konzeptbeschreibung unten), möchte das Kollektiv eine temporäre WerkstattzurEntwicklung urbaner Zukunftsszenarien für Berlin einrichten. In einem offenen Workshop soll eine begrenzte Anzahl von Teilnehmer:innen (ca. 20 Personen) die Zukunft Berlins anhand der sogenannten „Hypecompass-Matrix“ imaginieren. Die so erarbeiteten Szenarien sollen anschließend in einer kleinen Ausstellung gegen Ende der Projektraumnutzung präsentiert werden.
Gleichzeitig wird Clusterduck die Zeit im Haus der Statistik nutzen, um sein Projekt #MEMEMANIFESTO, das vom Kollektiv aktuell mit der Unterstützung des Zentrums für Medienkultur IMPAKT (NL) und im Rahmen des EU-Programms EMAP-EMARE entwickelt wird, erstmalig dem Publikum zu präsentieren.
Der Raum D3.9 wird so über einem Monat zu einem Schaufenster, das Einblicke in die vielfältige Forschung des Kollektivs bietet.
KONZEPTBESCHREIBUNG #HYPECOMPASS:
„Es ist einfacher, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus“: Dieser berühmte Aphorismus gehört zu den erfolgreichsten Beschreibungen des gegenwärtigen Zeitgeistes, wie seine mehrfachen Iterationen und apokryphen Zuschreibungen belegen.
Vor allem demonstriert er, wie die soziokulturelle Entwicklung der letzten vier Jahrzehnte uns unfähig oder unwillig gemacht hat, radikale Gegenerzählungen zu entwickeln, die als Vorlage für alternative Zukunftsszenarien und damit als tragfähige Blaupause für radikale politische Maßnahmen dienen könnten.
Gleichzeitig scheinen sich radikale kritische Literaturgenres wie Cyberpunk oder Science-Fiction allgemein zu Instrumenten zur Stärkung des Status-Quo entwickelt zu haben.
Clusterduckhat sich von den jüngsten Debatten über Ethnofuturismus und hyperstitionelle Imagination inspirieren lassen, um das beliebte Meme des „politischen Kompass“ als Instrument zu verwenden, um die kollektive Produktion imaginierter Szenarien über unsere gemeinsame Zukunft zu fördern und den Horizont der Vorstellungskraft wieder zu öffnen – und damit die Hoheit über die politischen Entscheidungsfreiheit wiederzuerlangen.
KONZEPTBESCHREIBUNG #MEMEMANIFESTO:
#MEMEMANIFESTO ist ein transmediales Projekt über Internet Memes, das die Bedeutung geheimer Symboliken und das transformative Potenzial digitaler Subkulturen untersuchen will.
Inspiriert von der Ästhetik viraler Online-Verschwörungstheorien, alten hermetischen Texten und modernem digitalen Design, möchte #MEMEMANIFESTO ein Handbuch für die Produktion memetischer Inhalte, eine Dokumentation zeitgenössischer digitaler Imagination und ein Kunstbuch über die verborgenen Seiten des Internets werden.
Die erste Version von #MEMEMANIFESTO wurde vom französischen Designer und Künstler Jules Durand zusammen mit Clusterduck entworfen, und während der Wrong Biennale 2018 im Rahmen des von Clusterduck und panke.gallery kuratierten Pavillons „Internet Fame“ der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das Projekt möchte die persönliche Erfahrung von jemandem beschreiben, der sich erstmals der Meme-Kultur nähert; die Bedeutung und das Potenzial von Internet-Memes bekräftigen; und jedem die Werkzeuge geben, um diese Kraft zu nutzen.
Im Haus der Statistik wird Clusterduck einen Teil des Projekts entwickeln: Eine Reihe von Panels, inspiriert sowohl von Aby Warburgs berühmten Bilderatlas als auch vom beliebten „Pepe Silvia“-Meme (auch als „Detective-Wall-Meme“ bekannt), das sich in unserem von digitaler Schizophrenie, globalen Pandemien und ökologischem Zusammenbruch geprägten Zeitalter zu einem bedeutenden semantischen Zeugnis entwickelt hat.
KURZBIO: Clusterduck ist ein interdisziplinäres Kollektiv, das an der Schnittstelle von Forschung, Design und Transmedia arbeitet und sich auf die Prozesse und Akteure konzentriert, die hinter der Erstellung internet-bezogener Inhalte stehen. Im Laufe der vergangenen Jahre hat Clusterduck ein großes Netzwerk aufgebaut, strukturiert durch Forschungschats, Gruppen und Initiativen auf unterschiedlichen Plattformen.
Rund um eine Tiegelpresse aus den 50er Jahren, entsteht als Ableger des NIE Theaters eine Druckerei in der per Bleisatzverfahren gedruckt werden können.
Kultureinrichtungen und -Vereine setzen sich zwangsläufig mit dem geschriebenen Wort auseinander. Sei es explizit durch die Herausgabe von Texten, oder implizit bei der schriftlichen Kommunikation.
Während sich der Umgang mit dem umweltbelastenden Verschwenden von Papier vor allem durch Digitalisierung auszeichnet, stellt sich beim Gedruckten immer mehr die Frage nach der Nachvollziehbarkeit der ausgelagerten Produktionsprozesse.
Das NIE-Theater hat sich den Grundsatz gegeben, alle Produktionsprozesse eines Theaters im Kleinen nachzuvollziehen und sie sich wieder anzueignen. Im Zuge der Theaterproduktion „MARK MACHT THEATER“ 2019 hat das NIE Theater sich demzufolge eine eigene Druckerpresse angeschafft: Einen Original Heidelberger Tiegel (OHT) von 1954.
Keine andere Druckmaschine hat den industriellen Buchdruck des 20. Jahrhunderts so geprägt wie diese. Ein besonderes Merkmal ist das charakteristische Schnaufen der pneumatischen Sauger, mit denen der Bogen im Anleger angehoben wird. Beim Letterpress-Verfahren wird die Schrift in das Papier eingedrückt und bekommt so einen haptischen Anteil, der zu einer besonderen Wertigkeit führt. Allein das Bestücken und Bedienen der OHT ist schon ein beeindruckendes und erhellendes Erlebnis und schärft das Bewusstsein für die technische Entwicklung und den materiellen Hintergrund von Vorgängen, die sich heute per Mausklick auslagern lassen. Dadurch trägt und vermittelt die Arbeit an und mit der OHT die Idee des Up- und Recyclings an allen Punkten des Arbeitsprozesses.
Mit der OHT lassen sich Flugblätter, Plakate, Leporellos, Flyer, Visitenkarten, Metallstanzen etc. in großer Stückzahl und mit relativ geringem Materialaufwand herstellen.
raumlaborberlin Studio of
Wir verwenden ausrangierte Materialien wie alte Türen, Fenster, Möbel, Flaschen, Autotüren, um neue Räume zu schaffen.
Re-Cycling, Up-Cycling, Pre-Cycling – wir verwenden gerne Materialien mit einer Geschichte. Wir sehen die materielle Welt als eine Welt der Ströme und Verformungen und unsere Interventionen in sie als Momente der Ablenkung dieser Ströme. Wir leihen uns gerne Dinge aus dem System der Ressourcenzyklen, wir verkürzen gern die Zyklen von Ressource-Produkt-Müll, um Wege zu finden, uns mehr auf die Vorstellungskraft und weniger auf den Ressourcenverbrauch zu konzentrieren. In vielen Projekten verwenden wir ausrangierte Materialien wie alte Türen, Fenster, Möbel, Flaschen, Autotüren, um neue Räume zu schaffen. Bei temporären Projekten extrahieren wir Elemente aus dem Produktionszyklus und geben sie am Ende der Projekte wieder zurück. Wir freuen uns somit auf den Austausch auf jeglichen Ebenen im Haus der Materialisierung (HdM).
Bauen, tüfteln, Zukunft spinnen: Ein Kunstlabor für junge Leute, die die Welt verändern wollen.
Zusammen mit Künstler:innen werden hier die Sinne geschärft und Utopien ausprobiert – denn jede:r kann die Welt mitgestalten! Deshalb lieben wir das Handwerkliche, die Werkstätten und Baustellen. Hier bekommen neue Pläne eine konkrete Form – seit ihren Anfängen sind wir aktiv in der Initiative Haus der Statistik.
Gemeinsam mit Kulturschaffenden aller Sparten und kreativen Geistern aus Handwerk und Wissenschaft entwickeln wir innovative Bildungskonzepte und Erprobungsräume, die auf die schöpferischen Qualitäten und gestalterischen Veränderungspotentiale von jungen Menschen setzen.
Als außerschulische Bildungseinrichtung initiieren wir unter Beteiligung verschiedener Nachbarschaften, NGOs, Schulen, Universitäten, Initiativen und Communities partizipative Aneignungs- und Gestaltungsprozesse von Gemeinschaftsraum in Berliner Quartieren. Unser vielfältiges Engagement mündet in offene Laboranlagen und Werkgelände. Beispiele sind die Ladenräume der JUNGEN PÄCHTER, der Feldtower JUNIPARK, die »Gärtnerei« und COOP CAMPUS in Neukölln, KREATIVE STADTWERKE (zunächst in Marzahn) sowie verschiedene Pionierprojekte im Haus der Statistik, darunter »Monument Valley«, »ZACK | der Umbaumarkt«, »CUCUwohnen«, »PUSHBACK PRODUCTIONS«. Zudem sind wir aktiv dabei beim Aufbau des Haus der Materialisierung.
Die inhaltliche Ausrichtung der S27 gliedert sich in thematische Programmfelder, die sich in unseren Kursen und Projekten unkompliziert verbinden: Stadt-Raum-Veränderungen – Urbane Praxis | Kultur des Handwerks und der Arbeitswelten | Zirkuläre Prozesse, Recycling und Re-Design | Soziale Transformation, Demokratieentwicklung und Dekolonialisierung | Zeit/Geschichte und Erinnerungskultur
In den verschiedenen Reflexions- und Gestaltungsfeldern setzen wir auf künstlerische Experimente, die curriculare Konzepte aus der Montessori- und Bauhauspädagogik und insbesondere aus dem historischen Black Mountain College aufnehmen und neu interpretieren.
Die Aktions- und Angebotspalette der S27 reicht von temporären Workshops über Projektwochen bis hin zu mehrjährigen Programmen: In den ARRIVO BERLIN Übungswerkstätten und der offenen Werkschule »Bildungsmanufaktur«, bieten wir Jugendlichen und geflüchteten jungen Menschen mit besonderem Stabilisierung- und Orientierungsbedarf lebendige Brückenjahre in Richtung Berufsausbildung. Der Betrieb in den kreativen Designwerkstätten wird flankiert von Deutschunterricht, Sozialarbeit und roundtables für politische Bildung. Miteinander Neues, Eigenes und Überraschendes entwickeln, unterschiedliche Traditionen, Wissen und Rezepte aus der ganzen Welt teilen und die neuesten Ergebnisse gemeinsamer Fusionsküche beim großen Mittagessen – all das hilft, sich schnell zu Hause zu fühlen und verlorene Alltagsstrukturen neu aufzubauen.
Partner: Zu unseren lokalen Partnern gehören zahlreiche Berliner Kunst- und Kultureinrichtungen, soziale Träger, Berliner Schulen verschiedener Profile, das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), die Prinzessinnengärten, das Kunst+Community Netzwerk Berlin Mondiale, die Kunsthochschule Weißensee, raumlabor berlin, Werkbundarchiv / Museum der Dinge, das Berliner Stadt- museum, StreetUniverCity, das Flüchtlingsberatungszentrum bbz, die Neuköllner Oper, Berliner Bibliotheken, Bridge – Berliner Netzwerke für Bleiberecht, die Berliner Handwerkskammer, u.a.m.
Basisfinanziert wird unser Haus vom Land Berlin (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie). Zur Realisierung unserer zahlreichen Projekte erhalten wir wertvolle Unterstützung aus unserem Förderverein und von zahlreichen privaten und öffentlichen Stiftungen u. Förderfonds.
Die Projektteams, Mitarbeiter:innen und Trainees freuen sich auf Impulse und Gäste aus der Nachbarschaft und der ganzen Welt – alle sind herzlich willkommen!
Midnight– eine aus sechs Künstler:innen und drei Kurator:innen bestehende Gruppe, hat (vor dem Hintergrund der Beschränkungen zu öffentlichen Veranstaltungen im Mai 2020) ihren einmonatigen Aufenthalt im Haus der Statistik für einen Dialog und Austausch innerhalb der Gruppe genutzt. Im Mittelpunkt der mehrfach wöchentlich stattfindenden Treffen und Gespräche stand die Arbeit von Anna Mendelssohn, einer 2009 verstorbenen britischen Poetin und Künstlerin. Die Gruppe hat kollektiv begonnen an einem “Reader” zu arbeiten, der bestimmte Aspekte von Mendelssohns dichterischer Praxis, ihren Aufzeichnungen und Notizen, sowie ihrem politischen Aktivismus in den 1970er Jahren behandeln soll. Am Ende des Aufenthalts soll vor Ort eine Inprozess-Präsentation zu der gemeinsamen Recherche stehen.