ZK/U

Zentrum für Kunst und Urbanistik

Projektvorhaben im HdM:

1) GÜTERMARKT:  Das ZK/U arbeitet seit vielen Jahren mit dem Format des   „Gütermarkt als ein Element der Nachbarschaftsarbeit. Beim Gütermarkt wird die Wiederverwendung von Restmaterial über einen Flohmarkt mit angedockten Handwerkerstationen zur direkten Transformation der Materialien, angereichert durch das soziale Happening des Markttags mit Workshops (Güterverkehr), Live-Musik und Essen erlebt.

So entsteht eine populäre Wiederverwendungskultur mit Bildungs- und Produktionsebenen (Umschneidern von Textilien, Restholzmöbelbau, Elektroreparatur, Fahrradwerkstatt bis hin zu Fermentation von Gemüse, etc)

Der Gütermarkt soll als regelmäßiges Format auch im HdM mit umliegendem Aussenraum etabliert werden. Als öffentliche Plattform der produzierenden Akteure des HdM und der Nachbarschaft soll der Gütermarkt den KO-Markt erweitern.

2.) BETRIEBSSYSTEM: Ausgehend von dem Praxislabor Bee-Coin – ein blockchain-basiertes Experiment eines alternativen Wertediskurs, welcher im ersten Stock des HdM seit Mai 2019 mit 7 Bienenstöcke operiert – soll der Diskurs über nicht-monetäre Wertschöpfungsketten der vornehmlich ehrenamtlich getätigten Arbeiten am HdS / HdM in einem Wertesystem erfasst werden. Ein alternatives Währungssystem für solidarische Kreisläufe und mehrdimensionale Wertschöpfungen soll am HdM schrittweise und modellhaft für das ganze Quartier installiert werden.

3.) KÜNSTLERISCHER MATERIALDISKURS: Das ZK/U betreibt ein Artist in Residence Programm mit 14 Atelierwohnungen, in denen über mehrere Monate Gastkünstler und Forscher aus aller Welt zu Fragen des Urbanen arbeiten. Einer der temporären Projekträume im HdM soll an wechselnde mit dem Material vor Ort produzierende Künstler/Kollektive im Kontext der Ziele des HdM für jeweils 3 Monate über das ZK/U Residenzprogramm vergeben werden.

4.) STADTPOLITISCHE FORSCHUNG: Im Rahmen des Untersuchungsausschuss des ZK/U soll das Themenfeld „Ware contra Waste: zirkuläre Produktion in Postwachstumsökonomien“ künstlerisch erforscht werden.

5.) KÜNSTLER IN ABFALLORGANISATIONEN: Im Artist Displacement Programm des ZK/U wurde 2017 über mehrere Monate mit einem Resident bei der BSR ein künstlerischer Diskurs gestartet. Eine Fortsetzung von Artists-Displacements in der Recycling-/Abfallindustrie ist angestrebt.

https://www.zku-berlin.org

Vortrag und Buchpräsentation mit Christoph Franz

22. Juli | 18:30 21:00

Michael Meier & Christoph Franz arbeiten als Künstlerduo in Zürich. Orte und ihre gesellschaftlichen, historischen und politischen Prägungen sind Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis. In gründlichen Rechercheprozessen eignet sich das Künstlerduo diese Orte an und nimmt mit konzeptionellen Arbeiten darauf Bezug. 2012 erhielten sie den Werkbeitrag des Kanton Zürich, sowie den Kiefer Hablitzel Preis, und 2013 den Helvetia Kunstpreis.

www.meierfranz.net

Ort: HdM/Mitkunstzentrale

Details

Datum:
22. Juli 2020
Zeit:
18:30–21:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Vortrag: „Paraden / Proteste — Inszenierung und Aneignung“

8. Juli | 19:00 21:00

Vortrag mit Dr. Florian Göttke

Gesellschaftsordnung symbolisch im Stadtraum sichtbar machen. Dabei wird aus einem relativ beschränkten Repertoire theatraler Präsentationsformen geschöpft. Oft führen diese Märsche entlang bestimmter Routen von symbolische Bedeutung, welche im Laufe der Zeit auch angepasst und verändert werden konnte. So wird eine Geographie des Gedenkens und der Identität in den Stadtraum eingeschrieben. Protestmärsche und Demonstrationen sind die inoffiziellen Gegen-Praktiken, die Unrecht und Konflikte in der bestehenden Ordnung anprangern und Alternativen aufzeigen. Diese besetzen oft dieselbe symbolisch aufgeladene Geographie des Gedenkens und eignen sich etablierte Präsentationsformen an um diese zu untergraben. Im Berlin der Weimarer Republik war der Lustgarten der zentrale Ort für politische Protestkundgebungen. Nach dem Krieg inkorporierte die Ostberliner Regierung diese ursprünglich kritischen Traditionen in das offizielle Erinnerungsrepertoire und begann die symbolische Geographie nach
sozialistischen Maßstäben umzuformen. Diesen ideologischen Anpassungen fiel 1950 auch das Stadtschloss zum Opfer. Nach der Wende setzten ähnliche Prozesse unter anderen Vorzeichen ein, die unter anderem zur Rekonstruktion des Stadtschlosses führten. Anhand von Beispielen aus Berlin und anderen Ländern werden Prozesse wechselweiser Aneignung und Manipulation politischer Machtsymbole und -praktiken aufgezeigt. Dabei geht es nicht nur um die gebaute Umwelt, sondern auch um ephemere Formen der Präsentation und des politischen Ikonoklasmus.

Details

Datum:
8. Juli 2020
Zeit:
19:00–21:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
, ,

„Karl-Marx-Allee — Spuren Berliner Erinnerungspolitik“ Workshop mit Florian Göttke

9. Juli | 10:00 10. Juli | 18:00

In der Architektur und der Gestaltung des Stadtraums wird die Verfasstheit einer Gesellschaft, ihr politisches System und ihre Identität symbolisch sichtbar: als Selbstbild und Vorbild, beschreibend und vorschreibend. Gerade eingreifende politische Veränderungen ziehen auch Veränderung in der symbolischen Besetzung des Stadtraums nach sich. Florian Göttke benutzt visuelle Methoden des Forschens, Sammeln, Bild-Recherche, Montage, und Kommentierung, und verarbeitet das gefundene Bild- und Textmaterial zu argumentativen Assemblagen. In seinen Arbeiten „Löwen & Adler” (zur Zeit in der Ausstellung „Blinde Winkel” im Kunstverein am Rosa Luxemburg Platz zu sehen) und „Aufmarschwege” spürt Göttke Artefakten nach, die die politischen Brüche des 20. Jahrhunderts im Stadtraum Berlins zurückgelassen haben. „Aufmarschwege” hat die die Veränderungen auf der Stalinallee/Karl-Marx-Allee während des Kalten Krieges zum Thema und ausgehend von dieser Arbeit werden wir im Workshop die rezenten Entwicklungen und die anstehenden Veränderungen der Karl-Marx-Allee in Hinsicht auf die Erinnerungsgeschichte Berlins untersuchen. Während einer Ortsbegehung (Spaziergang), durch Archivsuche und Gespräche werden wir sammeln und montieren, frei assoziieren und kommentieren um zu einer polemischen Bestandpunkts- Momentaufnahme der gegenwärtigen Verfasstheit der Karl-Marx-Allee zu kommen.

Eingeschränkte Teilnehmerzahl deshalb bitte anmelden unter: mail@mitkunstzentrale.de

Ort: HdM/Mitkunstzentrale

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Beginn:
9. Juli 2020 | 10:00
Ende:
10. Juli 2020 | 18:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Das Auge isst mit: DDR-Gaststätten als gestaltete Erlebnisräume, Vortrag von Daniela Spiegel

17. Juli | 19:00 21:00

Daniela Spiegel ist eine Architekturhistorikerin, deren Forschungsschwerpunkte vor allem in der Architektur- und Städtebaugeschichte und Denkmalpflege des 20. Jahrhunderts liegen. Sie studierte Kunstwissenschaft, klassische Archäologie und italienische Literaturwissenschaft sowie Denkmalpflege in Berlin und Rom. Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Historische Bauforschung der TU Berlin promovierte sie über Neustadtgründungen des italienischen Faschismus. Anschließend lehrte und forschte sie an der Professur Denkmalpflege und Baugeschichte der Bauhaus-Universität Weimar, wo sie sich 2019 mit einer Arbeit über die „Urlaubs(t)räume des Sozialismus. Zur Geschichte der Ferienarchitektur in der DDR“ habilitierte.
Seit 2019 lehrt sie als Professorin für Baugeschichte und Denkmalpflege an der Hochschule Anhalt in Dessau.

Ort: HdM/Mitkunstzentrale

Details

Datum:
17. Juli 2020
Zeit:
19:00–21:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
,

NIE Druckerei

Flugblätter, Plakate, Leporellos, Flyer, Visitenkarten, Metallstanzen

Rund um eine Tiegelpresse aus den 50er Jahren, entsteht als Ableger des NIE Theaters eine Druckerei in der per Bleisatzverfahren gedruckt werden können.

Kultureinrichtungen und -Vereine setzen sich zwangsläufig mit dem geschriebenen Wort auseinander. Sei es explizit durch die Herausgabe von Texten, oder implizit bei der schriftlichen Kommunikation. 
Während sich der Umgang mit dem umweltbelastenden Verschwenden von Papier vor allem durch Digitalisierung auszeichnet, stellt sich beim Gedruckten immer mehr die Frage nach der Nachvollziehbarkeit der ausgelagerten Produktionsprozesse. 
Das NIE-Theater hat sich den Grundsatz gegeben, alle Produktionsprozesse eines Theaters im Kleinen nachzuvollziehen und sie sich wieder anzueignen. Im Zuge der Theaterproduktion „MARK MACHT THEATER“ 2019 hat das NIE Theater sich demzufolge eine eigene Druckerpresse angeschafft: Einen Original Heidelberger Tiegel (OHT) von 1954.
Keine andere Druckmaschine hat den industriellen Buchdruck des 20. Jahrhunderts so geprägt wie diese. Ein besonderes Merkmal ist das charakteristische Schnaufen der pneumatischen Sauger, mit denen der Bogen im Anleger angehoben wird. Beim Letterpress-Verfahren wird die Schrift in das Papier eingedrückt und bekommt so einen haptischen Anteil, der zu einer besonderen Wertigkeit führt. Allein das Bestücken und Bedienen der OHT ist schon ein beeindruckendes und erhellendes Erlebnis und schärft das Bewusstsein für die technische Entwicklung und den materiellen Hintergrund von Vorgängen, die sich heute per Mausklick auslagern lassen. Dadurch trägt und vermittelt die Arbeit an und mit der OHT die Idee des Up- und Recyclings an allen Punkten des Arbeitsprozesses.
Mit der OHT lassen sich Flugblätter, Plakate, Leporellos, Flyer, Visitenkarten, Metallstanzen etc. in großer Stückzahl und mit relativ geringem Materialaufwand herstellen. 

raumlaborberlin Studio of

Wir verwenden ausrangierte Materialien wie alte Türen, Fenster, Möbel, Flaschen, Autotüren, um neue Räume zu schaffen.

Re-Cycling, Up-Cycling, Pre-Cycling – wir verwenden gerne Materialien mit einer Geschichte. Wir sehen die materielle Welt als eine Welt der Ströme und Verformungen und unsere Interventionen in sie als Momente der Ablenkung dieser Ströme. Wir leihen uns gerne Dinge aus dem System der Ressourcenzyklen, wir verkürzen gern die Zyklen von Ressource-Produkt-Müll, um Wege zu finden, uns mehr auf die Vorstellungskraft und weniger auf den Ressourcenverbrauch zu konzentrieren. In vielen Projekten verwenden wir ausrangierte Materialien wie alte Türen, Fenster, Möbel, Flaschen, Autotüren, um neue Räume zu schaffen. Bei temporären Projekten extrahieren wir Elemente aus dem Produktionszyklus und geben sie am Ende der Projekte wieder zurück. Wir freuen uns somit auf den Austausch auf jeglichen Ebenen im Haus der Materialisierung (HdM).

raumlabor

S27 – Kunst und Bildung

Bauen, tüfteln, Zukunft spinnen: Ein Kunstlabor für junge Leute, die die Welt verändern wollen.

Zusammen mit Künstler:innen werden hier die Sinne geschärft und Utopien ausprobiert – denn jede:r kann die Welt mitgestalten! Deshalb lieben wir das Handwerkliche, die Werkstätten und Baustellen. Hier bekommen neue Pläne eine konkrete Form – seit ihren Anfängen sind wir aktiv in der Initiative Haus der Statistik.

Gemeinsam mit Kulturschaffenden aller Sparten und kreativen Geistern aus Handwerk und Wissenschaft entwickeln wir innovative Bildungskonzepte und Erprobungsräume, die auf die schöpferischen Qualitäten und gestalterischen Veränderungspotentiale von jungen Menschen setzen. 

Als außerschulische Bildungseinrichtung initiieren wir unter Beteiligung verschiedener Nachbarschaften, NGOs, Schulen, Universitäten, Initiativen und Communities partizipative Aneignungs- und Gestaltungsprozesse von Gemeinschaftsraum in Berliner Quartieren. Unser vielfältiges Engagement mündet in offene Laboranlagen und Werkgelände. Beispiele sind die Ladenräume der JUNGEN PÄCHTER, der Feldtower JUNIPARK, die »Gärtnerei« und COOP CAMPUS in Neukölln, KREATIVE STADTWERKE (zunächst in Marzahn) sowie verschiedene Pionierprojekte im Haus der Statistik, darunter »Monument Valley«, »ZACK | der Umbaumarkt«, »CUCUwohnen«, »PUSHBACK PRODUCTIONS«. Zudem sind wir aktiv dabei beim Aufbau des Haus der Materialisierung.

Die inhaltliche Ausrichtung der S27 gliedert sich in thematische Programmfelder, die sich in unseren Kursen und Projekten unkompliziert verbinden: Stadt-Raum-Veränderungen – Urbane Praxis | Kultur des Handwerks und der Arbeitswelten | Zirkuläre Prozesse, Recycling und Re-Design | Soziale Transformation, Demokratieentwicklung und Dekolonialisierung | Zeit/Geschichte und Erinnerungskultur

In den verschiedenen Reflexions- und Gestaltungsfeldern setzen wir auf künstlerische Experimente, die curriculare Konzepte aus der Montessori- und Bauhauspädagogik und insbesondere aus dem historischen Black Mountain College aufnehmen und neu interpretieren.

Die Aktions- und Angebotspalette der S27 reicht von temporären Workshops über Projektwochen bis hin zu mehrjährigen Programmen: In den ARRIVO BERLIN Übungswerkstätten und der offenen Werkschule »Bildungsmanufaktur«, bieten wir Jugendlichen und geflüchteten jungen Menschen mit besonderem Stabilisierung- und Orientierungsbedarf lebendige Brückenjahre in Richtung Berufsausbildung. Der Betrieb in den kreativen Designwerkstätten wird flankiert von Deutschunterricht, Sozialarbeit und roundtables für politische Bildung. Miteinander Neues, Eigenes und Überraschendes entwickeln, unterschiedliche Traditionen, Wissen und Rezepte aus der ganzen Welt teilen und die neuesten Ergebnisse gemeinsamer Fusionsküche beim großen Mittagessen – all das hilft, sich schnell zu Hause zu fühlen und verlorene Alltagsstrukturen neu aufzubauen.

Partner: Zu unseren lokalen Partnern gehören zahlreiche Berliner Kunst- und Kultureinrichtungen, soziale Träger, Berliner Schulen verschiedener Profile, das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), die Prinzessinnengärten, das Kunst+Community Netzwerk Berlin Mondiale, die Kunsthochschule Weißensee, raumlabor berlin, Werkbundarchiv / Museum der Dinge, das Berliner Stadt- museum, StreetUniverCity, das Flüchtlingsberatungszentrum bbz, die Neuköllner Oper, Berliner Bibliotheken, Bridge – Berliner Netzwerke für Bleiberecht, die Berliner Handwerkskammer, u.a.m.

Basisfinanziert wird unser Haus vom Land Berlin (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie). Zur Realisierung unserer zahlreichen Projekte erhalten wir wertvolle Unterstützung aus unserem Förderverein und von zahlreichen privaten und öffentlichen Stiftungen u. Förderfonds.

Die Projektteams, Mitarbeiter:innen und Trainees freuen sich auf Impulse und Gäste aus der Nachbarschaft und der ganzen Welt – alle sind herzlich willkommen!

Adresse:

Schlesische Str. 27 b
10997 Berlin
Deutschland

s27

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mrtz Forschungswerkstatt

Lichttechnik-Materialumnutzung-Recycling

Moritz Wermelskirch betreibt im Haus der Materialisieren (HdM) eine Forschungswerkstatt für Lichttechnik, Materialumnutzung und Recycling. Er realisiert Lichtinstallationen und Lichtobjekte, entwickelt und baut massgeschneiderte elektromechanische Lösungen für Kulturprojekte.

…. über die Werkstatt:

  • Sammlung, Aufarbeitung und Verleih alter und neuer Lichtwurfgeräte aller Art
  • Offene Werkstatt mit Assistenz für alle Fremdprojekte rund um die Elektrizität
  • Workshops mit Jugendlichen: Geräte auseinandernehmen und unter die Haube schauen, löten lernen, einfache elektronische Schaltungen bauen

…. was ist möglich?

  • Manuelle Arbeiten mit Holz, Metall und Kunststoff, Bohren, Sägen,  Kleben, Schrauben, Nieten, kein Hightech CNC, ehr elekrische Dinge mit Kabeln, Schaltern, Lampen und Motoren, begrenzt nur die digitale Seite der Elektronik.
  • Eine 2m hohe leuchtende 30 zum Jubiläum eines Forschungsinstituts
  • Eine Lichtsteuerkiste mit 15 Bewegungsmeldern für ein interaktives Theaterprojekt mit Geflüchteten
  • Eine alte DDR-Industrieleuchte mit moderner steuerbarer Led-Technik im Inneren
  • Große Leuchtobjekte aus Verpackungsmaterial für den öffentlichen Raum für einen Berliner Problemkiez

…über die Workshops:

Technische Geräte bestimmen unser tägliches Leben und sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Unser Umgang damit ist aber zunehmend von einer Ex-und-hopp-Mentalität geprägt. Das hat verschiedene Gründe: 

  • Geräte sind zunehmend so gebaut, dass eine Reperatur nicht mehr möglich ist (verklebte oder genietete Gehäuse)
  • neue Entwicklungen führen dazu, dass Geräte immer schneller veraltet oder inkompatibel sind.
  • Benutzer haben immer weniger Verständnis davon, was im Inneren eines Geräte vor sich geht und können sich deshalb bei einer Fehlfunktion oft nicht helfen.

Und genau hier möchte ich mit meinem Projekt ansetzen.

Ich bin Lichtkünstler und baue seit 25 Jahren unter anderem Lichtwurfgeräte aus Elektroschrott. Immer wieder habe ich erlebt, wie Kinder in meiner Werkstatt große Augen bekommen haben, begeistert erzählten, sie wollten auch Erfinder werden und stundenlang in den Kisten mit Motoren und Kabeln gekramt haben.

Ebenso beobachte ich, wie Kinder, die sehr selbstverständlich mit Medien und Touchscreens umgehen mit den praktischen Handgriffen einer handwerklichen Beschäftigung größte Schwierigkeiten haben.

Ich möchte mit Kindern und Jugendlichen technische Geräte auseinandernehmen, dabei versuchen ihre Funktionsweise zu ergründen. Oft können kleine Defekte auf diese Weise gefunden und behoben werden. Dabei werde ich den Teilnehmern einfach die Grundbegriffe der Elektrotechnik und die Gefahr von Stromschlägen bei Netzspannung darlegen. Hinterher werden wir die Geräte möglichst wieder zusammensetzen.

Dabei können Kinder viel von den im Innerem der Geräte ablaufenden Prozessen erkennen und später eine aktivere und kreative Rolle als User übernehmen und mit den gemachten Erfahrungen das eigene Konsumverhalten überdenken.

In einem 2. Schritt möchte ich Sie ermutigen aus erbeuteten Teilen eigene Konstruktionen zusammenzubauen. Hierbei wird natürlich nur mit Niedervoltkomponenten gearbeitet. Es können einfache elektromechanische Maschinen aus Motoren, Treibriemen und Zahnrädern sein oder Leuchtobjekte mit Schaltern und LED’s. Wir werden Bohren, Schrauben, Sägen, Kleben und Löten.

Freifunk

Aufbau freier unabhängiger Kommunikationsstrukturen für die hierarchiefreie digitale Teilhabe an der Gesellschaft.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, über die gesamte Stadt ein hierarchiefreies Kommunikationsnetzwerk zu spannen, an dem jeder Mensch teilnehmen kann. Realisiert haben wir dies, indem wir ein sogenanntes Mesh-Netz aufgebaut haben. Wir kaufen WLAN-Hardware (zum Teil ziehen wir auch Kabel) und verteilen diese über den Dächern der Stadt. Diese WLAN-Knoten verbinden sich dann selbständig untereinander und tauschen Informationen über sich bzw. ihre Nachbarn aus und erstellen somit automatisiert eine „Landkarte“ der Kommunikationskanäle. Wenn ihr ein Datenpaket abschickt, dann wird diese Karte benutzt um den Zielort zu finden. Die Verschachtelung über den Dächern ist das sogenannte „Backbone“-Netzwerk und bildet das Rückgrat unseres Netzwerkes. Das Dach vom Haus der Statistik ist auch ein wichtiger Teil des „Backbone“-Netzwerkes – hier finden wichtige Verbindungen von verschiedenen Kiezen Berlins statt. Damit ist es aber nicht genug, denn wir wollen jedem Menschen ermöglichen einfach und unkompliziert am Netzwerk teilzunehmen. Wir stellen gemeinsam noch an vielen anderen Orten Freifunk-Router auf, die offene WLAN-Netzwerke mit dem Namen „berlin.freifunk.net“ aufmachen. Jeder Mensch kann sich dann mit dem Handy oder Laptop in das Netzwerk einklinken und wird Teil dieses Netzwerks. Ein zusätzlicher großer Nebeneffekt ist, dass wir, und auch andere, ihre Internetzugänge freigeben und man somit auch einen direkten Internetzugriff hat. Das ist vergleichbar mit einem normalen Hotspot.

Zudem vernetzen wir berlinweit Flüchtlingsheime, um den Menschen dort einen unkomplizierten und kostenlosen Zugang zum Internet zu ermöglichen und uns somit gegen die Spaltung der Gesellschaft einsetzen.


Als Basis für das Handling des Datenverkehrs innerhalb unseres Freifunk-Netzes, und auch für die Verantwortung, die mit dem Betrieb dessen einhergeht, dient uns das Pico Peering Agreement, mehr dazu hier .


Wenn ihr mehr zur Technik wissen wollt oder euch einbringen könnt (es gibt viele Wege uns zu unterstützen), dann kommt uns doch einfach zu unseren regelmäßigen Treffen am Mittwoch im Haus D besuchen. Wir freuen uns.

Website

Twitter

Wiki

Matrix Channel

 berlin@berlin.freifunk.net

Berlinrepair

Entwicklung von Reparaturkultur im urbanen Raum gemeinsam mit RepairCafes, Schulen, Werkstätten, Wohnungsunternehmen und anderen Akteuren.

Die Haltbarkeit der Dinge des täglichen Bedarfs ist entscheidend für Klima-, Ressourcen- und Verbraucherschutz im urbanen Raum. Für eine lange Nutzung von Konsumgütern ist deren Reparierbarkeit besonders wichtig. Diese hängt davon ab, ob und wie gut die Reparatur der Dinge im urbanen Raum gefördert wird. Dafür sind einerseits Anforderungen in monetären Märkten umzusetzen. Hersteller, Handel und Werkstätten müssen ihren Beitrag dazu leisten, dass die Dinge leicht erhalten werden können. 

In der Nachbarschaft der Bezirke können andererseits kommunale und gemeinnützige Einrichtungen einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass es der Bürgerschaft leicht gemacht wird, auch in nicht-monetären und eher sozialen Formaten die gemeinsame Reparatur liebgewordener Dinge umzusetzen. RepairCafes und andere Reparatur-Initiativen gibt es bereits in vielen Bezirken. Doch in der Fläche von Berlin fehlen diese noch an vielen Orten. Oft genügt schon die Bereitstellung von Räumlichkeiten, um einen wirksamen Impuls dafür zu setzen. Durch Kooperationen mit Schulen, Werkstätten, Wohnungsunternehmen und Initiativen in der Nachbarschaft soll die Freude an der Reparatur verstetigt und in ihrer wertvollen sozialen Komponente erfahrbar werden. 

Berlinrepair will dazu beitragen, dass die Akteure in der Nachbarschaft zusammenkommen und gemeinsam die Reparaturkultur im urbanen Raum stärken und weiterentwickeln. Im Haus der Materialisierung finden die Netzwerktreffen, Workshops für Reparaturkultur und der Erfahrungsaustausch im Netzwerk, sowie den anderen Pioniernutzern statt. 

Die Webseite www.berlinrepair.org unterstützt die Koordination im Netzwerk. Sie ist Anlaufpunkt für die interessierte Bürgerschaft. Träger von Berlinrepair ist der gemeinnützige Verein MURKS? NEIN DANKE! – damit die Dinge besser werden.

Textilwerkstatt

Wir verwandeln Alttextilien in Neues und reparieren Kostüme

Offene Werkstatt ab 8. Juli jeden Mittwoch von 16 bis 20 Uhr.

Die Betreiber der Textilwerkstatt sind der KOSTÜMKOLLEKTIV e.V. und der TEXTILHAFEN der Berliner Stadtmission. Unsere Geräte und Stofflager stellen wir gemeinsam während der offenen Werkstattzeiten Nutzer:innen zur Verfügung. Nutzer:innen können mit Nähspirit oder als Profi nähen: Wir haben Arbeitsplätze mit Haushalts- und Industrienähmaschinen.

Das KOSTÜMKOLLEKTIV hat hier nun zum ersten Mal einen größeren Arbeitsplatz, um die Kostüme des gemeinsamen Fundus der freien darstellenden Künste zu reparieren und Mund-Nasen-Masken zu nähen. Für Profis steht auch eine Overlock-Nähmaschine zur Verfügung. In unserem Lager, zu dem Nutzer:innen gerne beitragen können finden sich auch andere Materialien, wie Schaumstoffe, Bänder oder Felle. Mit Kindersachen und super speziellen Kostümen, wie z.B. das Upcycling-Monster oder das gerupfte Suppenhuhn wird hier eine kleine Filiale des Kostümfundus sein.

www.kostuemkollektiv.de

Schreib uns:

fundus-werkstatt@kostuemkollektiv.de

Der TEXTILHAFEN der Berliner Stadtmission bietet dir in der Textilwerkstatt Raum für deine textilen Experimente. In diesem Nählabor kannst du nach Absprache aus einem Fundus von unterschiedlichsten textilverarbeitenden Maschinen, Techniken & Stoffen schöpfen – vom professionellen Bügelautomaten bis zur industriellen Knopflochnähmaschine oder lieber doch einen großformatigen Kontermarschwebstuhl? Mehr als 40 t textiler Spenden sortieren wir in der Storckower Str. 139d / Prenzlauer Berg. Regionale textile Kreisläufe stehen im Fokus: #circulartextilemission. Alle textilen Materialien, die wir nicht in unseren Kleiderkammern & Kiezläden brauchen stehen dir oder deinem Team zur Verfügung. Nach euren Bedarfen sammeln wir: ob gewebt, genäht, ausgestattet, gedämmt oder künstlerisch gearbeitet wird.

Schreib uns:

Nutzung des Nählabors der Textilwerkstatt:

watertowine@berliner-stadtmission.de

Materialbestellungen:

textilhafen@berliner-stadtmission.de