Theater: Monolog der guten Mutter

Was heißt das: eine „gute Mutter“ sein? Wer ist dieses Idol, diese „Mutter“, von der alle sprechen? Und was wenn die „gute Mutter“ entdeckt, dass sie die falsche Rolle erwischt hat? Oder der Rolle, wie sie geschrieben ist, nicht gewachsen ist? Wer hat die Rolle geschrieben und für wen? Warum sie nicht neu schreiben? (x 20 Personen, mit Voranmeldung)

4. Oktober 2020 | 20:00

Monologo della buona madre

von und mit: Lea Barletti
Produktion und Regie: Barletti/Waas
Original Music & Sound Design: Luca Canciello
Dauer: 75 min

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Wir bitten um eine Voranmeldung.

„Monolog der guten Mutter” beschäftigt sich mit einem der letzten Tabus der westlichen Gesellschaft: der Mutterschaft. Was heißt das, eine gute Mutter sein? Welche Mutter hat sich nicht zumindest einmal im Leben ihrer Aufgabe nicht gewachsen und unsicher gefühlt? Und was, wenn sie gar eines Tages die Entdeckung machen sollte, dass sie dem herrschenden und angesagten Modell einer „guten Mutter” gar nicht entspricht, nicht entsprechen will? Dass sie für die Rolle, so wie sie geschrieben ist, gar nicht geeignet ist? Von wem ist diese Rolle denn geschrieben worden, und für wen? Und warum ist es nicht möglich, sie neu zu schreiben? „Mutter” sein, ist eine Rolle, aber eine Rolle, die nicht jede Frau auf gleiche Weise übernehmen kann. Es gibt so viele Arten Mutter zu sein, wie es Frauen gibt, die es geworden sind. Es gibt viele Arten, eine gute Mutter zu sein. Aber das wird dir von niemand gesagt, nicht vorher, und auch nicht währenddessen: das ist etwas, was man von allein entdeckt, nachher, und auf schmerzhafte Weise, auf eigene Kosten, zum Preis enormer Schuldgefühle, zum Preis von Irrtümern, Fehltritten, Zweifeln, ständigem Scheitern. Und zum Preis von Träumen, Zeit, Energie und Liebe: zum Preis des Lebens.
Was bleibt? Der Zweifel.

Aber „Monolog der guten Mutter” ist auch die Geschichte einer „Berufung”, die Geschichte einer künstlerischen Berufung und des mühsamen Wegs, auf den sich jemand macht, um ihr einen Platz in der Welt zu finden. Es ist die Geschichte von jemand, der, mittels und trotz unzähliger Stolperer, Zweifel und ständigem Scheitern, das starke und wirkliche Bedürfnis verspürt, zu einer eigenen Sprache zu finden und durch sie einen Akt zu vollführen, der, auf ganz eigene Art, einer Welt zum Leben und zu einer Form verhilft: ein Akt künstlerischer Schöpfung. Eine Utopie, klein aber konkret.
Was bleibt? Die Sehnsucht.

„Monolog der guten Mutter” ist zuletzt die Geschichte eines Zweikampfs: des Zweikampfs einer Frau und Künstlerin mit sich selbst und ihrem Körper, mit ihrem Gewissen, mit ihrer Rolle als Mutter, mit ihren Söhnen, mit ihrem Bild von sich selbst, mit ihrem eigenen Künstlerdasein, mit den Modellen, mit denen sie aus-gestattet wurde, mit den eigenen Erwartungshaltungen und denen der anderen, mit der eigenen Unangemessenheit, mit der eigenen Berufung, mit der eigenen Fehlbarkeit, mit der eigenen Kreativität, mit der Zeit, mit dem Leben, mit der Sprache, mit der Liebe.
Was bleibt? Der Körper.

Eine Frau, allein auf der Bühne. Sie sitzt auf einem Podest, wie ein Ausstellungsgegenstand oder ein Monument: „Gute Mutter / gemischte Materialien und Techniken” steht auf einem Schild, das an dem Podest an-gebracht ist. Während ihres Monologs werden als zusätzliche Ausstellungsgegenstände/Zeugen auch der Vater/Mann, einige Gebrauchsgegenstände und Fotografien auf der Bühne erscheinen. Die Frau beginnt ihren Diskurs damit, dass sie sagt, weggehen zu wollen. Sie wird nicht weggehen, den für sie gibt es kein Leben, als Person und Schauspielerin, außerhalb des Blickfelds der anderen. Denn es gibt keine andere Welt als die, die aus dem Austausch mit Gleichartigen entsteht, und das Theater ist dieser Austausch, wie schon die Griechen gut verstanden hatten. Die Welt, das Leben, ist das, was zwischen zwei Personen geschieht, während sie miteinander sprechen: ist das, was zwischen Schauspieler und Zuschauer geschieht. Die Welt ist hier, ist jetzt, ist das Theater.
Was bleibt? Das Theater.

Zum Video der römischen Aufführung hier.

Links zu Kritiken:

Graziano Graziani

Andrea Porcheddu

Anna Maria Curci

Lea Barletti und Werner Waas haben sich vor vielen Jahren in Rom kennengelernt. Seither leben und arbeiten sie zusammen, zuerst in Rom, dann in München, später in Lecce und jetzt in Berlin. Gemeinsam haben sie eine Unzahl an Stücken produziert, inszeniert und gespielt, eine Theaterkompanie gegründet (IndumaTeatro), ein multidisziplinäres Kulturzentrum mitbegründet (ManifattureKnos in Lecce, immer noch aktiv, wenn mittlerweile auch ohne sie), sieben Ausgaben eines Werkstattfestivals eingerichtet „K-Now!” (auch in Lecce), einen Dramatikerpreis ins Leben gerufen und organisiert („Il Centro del discorso”, drei Ausgaben von 2008 bis 2011), noch eine weitere Kompanie gegründet (Barletti/Waas), mit der sie zur Zeit zwischen Italien und Deutschland unterwegs sind und haben außerdem im Lauf der Zeit eine Unmenge anderer Dinge gemacht, darunter auch zwei Kinder, (Rocco und Tobia).


mehr Informationen

www.barlettiwaas.eu

Details

Datum:
4. Oktober
Zeit:
20:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Website:
www.barlettiwaas.eu

Haus A (ehem. Apotheke)

Karl-Marx-Allee 1
Berlin, 10178

Theater: Monolog der guten Mutter

Was heißt das: eine „gute Mutter“ sein? Wer ist dieses Idol, diese „Mutter“, von der alle sprechen? Und was wenn die „gute Mutter“ entdeckt, dass sie die falsche Rolle erwischt hat? Oder der Rolle, wie sie geschrieben ist, nicht gewachsen ist? Wer hat die Rolle geschrieben und für wen? Warum sie nicht neu schreiben? (x 20 Personen, mit Voranmeldung)

3. Oktober 2020 | 20:00

Monologo della buona madre

von und mit: Lea Barletti
Produktion und Regie: Barletti/Waas
Original Music & Sound Design: Luca Canciello
Dauer: 75 min

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Wir bitten um eine Voranmeldung.

„Monolog der guten Mutter” beschäftigt sich mit einem der letzten Tabus der westlichen Gesellschaft: der Mutterschaft. Was heißt das, eine gute Mutter sein? Welche Mutter hat sich nicht zumindest einmal im Leben ihrer Aufgabe nicht gewachsen und unsicher gefühlt? Und was, wenn sie gar eines Tages die Entdeckung machen sollte, dass sie dem herrschenden und angesagten Modell einer „guten Mutter” gar nicht entspricht, nicht entsprechen will? Dass sie für die Rolle, so wie sie geschrieben ist, gar nicht geeignet ist? Von wem ist diese Rolle denn geschrieben worden, und für wen? Und warum ist es nicht möglich, sie neu zu schreiben? „Mutter” sein, ist eine Rolle, aber eine Rolle, die nicht jede Frau auf gleiche Weise übernehmen kann. Es gibt so viele Arten Mutter zu sein, wie es Frauen gibt, die es geworden sind. Es gibt viele Arten, eine gute Mutter zu sein. Aber das wird dir von niemand gesagt, nicht vorher, und auch nicht währenddessen: das ist etwas, was man von allein entdeckt, nachher, und auf schmerzhafte Weise, auf eigene Kosten, zum Preis enormer Schuldgefühle, zum Preis von Irrtümern, Fehltritten, Zweifeln, ständigem Scheitern. Und zum Preis von Träumen, Zeit, Energie und Liebe: zum Preis des Lebens.
Was bleibt? Der Zweifel.

Aber „Monolog der guten Mutter” ist auch die Geschichte einer „Berufung”, die Geschichte einer künstlerischen Berufung und des mühsamen Wegs, auf den sich jemand macht, um ihr einen Platz in der Welt zu finden. Es ist die Geschichte von jemand, der, mittels und trotz unzähliger Stolperer, Zweifel und ständigem Scheitern, das starke und wirkliche Bedürfnis verspürt, zu einer eigenen Sprache zu finden und durch sie einen Akt zu vollführen, der, auf ganz eigene Art, einer Welt zum Leben und zu einer Form verhilft: ein Akt künstlerischer Schöpfung. Eine Utopie, klein aber konkret.
Was bleibt? Die Sehnsucht.

„Monolog der guten Mutter” ist zuletzt die Geschichte eines Zweikampfs: des Zweikampfs einer Frau und Künstlerin mit sich selbst und ihrem Körper, mit ihrem Gewissen, mit ihrer Rolle als Mutter, mit ihren Söhnen, mit ihrem Bild von sich selbst, mit ihrem eigenen Künstlerdasein, mit den Modellen, mit denen sie aus-gestattet wurde, mit den eigenen Erwartungshaltungen und denen der anderen, mit der eigenen Unangemessenheit, mit der eigenen Berufung, mit der eigenen Fehlbarkeit, mit der eigenen Kreativität, mit der Zeit, mit dem Leben, mit der Sprache, mit der Liebe.
Was bleibt? Der Körper.

Eine Frau, allein auf der Bühne. Sie sitzt auf einem Podest, wie ein Ausstellungsgegenstand oder ein Monument: „Gute Mutter / gemischte Materialien und Techniken” steht auf einem Schild, das an dem Podest an-gebracht ist. Während ihres Monologs werden als zusätzliche Ausstellungsgegenstände/Zeugen auch der Vater/Mann, einige Gebrauchsgegenstände und Fotografien auf der Bühne erscheinen. Die Frau beginnt ihren Diskurs damit, dass sie sagt, weggehen zu wollen. Sie wird nicht weggehen, den für sie gibt es kein Leben, als Person und Schauspielerin, außerhalb des Blickfelds der anderen. Denn es gibt keine andere Welt als die, die aus dem Austausch mit Gleichartigen entsteht, und das Theater ist dieser Austausch, wie schon die Griechen gut verstanden hatten. Die Welt, das Leben, ist das, was zwischen zwei Personen geschieht, während sie miteinander sprechen: ist das, was zwischen Schauspieler und Zuschauer geschieht. Die Welt ist hier, ist jetzt, ist das Theater.
Was bleibt? Das Theater.

Zum Video der römischen Aufführung hier.

Links zu Kritiken:

Graziano Graziani

Andrea Porcheddu

Anna Maria Curci

Lea Barletti und Werner Waas haben sich vor vielen Jahren in Rom kennengelernt. Seither leben und arbeiten sie zusammen, zuerst in Rom, dann in München, später in Lecce und jetzt in Berlin. Gemeinsam haben sie eine Unzahl an Stücken produziert, inszeniert und gespielt, eine Theaterkompanie gegründet (IndumaTeatro), ein multidisziplinäres Kulturzentrum mitbegründet (ManifattureKnos in Lecce, immer noch aktiv, wenn mittlerweile auch ohne sie), sieben Ausgaben eines Werkstattfestivals eingerichtet „K-Now!” (auch in Lecce), einen Dramatikerpreis ins Leben gerufen und organisiert („Il Centro del discorso”, drei Ausgaben von 2008 bis 2011), noch eine weitere Kompanie gegründet (Barletti/Waas), mit der sie zur Zeit zwischen Italien und Deutschland unterwegs sind und haben außerdem im Lauf der Zeit eine Unmenge anderer Dinge gemacht, darunter auch zwei Kinder, (Rocco und Tobia).


mehr Informationen

www.barlettiwaas.eu

Details

Datum:
3. Oktober
Zeit:
20:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
, ,
Website:
www.barlettiwaas.eu

Haus A (ehem. Apotheke)

Karl-Marx-Allee 1
Berlin, 10178

Theater: La Agonia

3. Oktober 2020 | 17:30 20:00

LA AGONIA – eine Oper in 7 Bildern

 Mit dem Ensemble für zeitgenössische Musik SCHWARM 13

Von und mit: Anna Weißenfels, Daniel Wittkopp, T. Schlopsnies, Rory Price, Christina Themeli

Sänger:innen: Tatjana Bielke, Ronald Bird, Gudrun Doberenz und Conny Voß
Text und Ansagen: T. Schlopsnies
Studiopo-Skulptur-Bühne: Erik Göngrich 2009-20
Kostüm: in Kooperation mit Kostümkollektiv e.V.

Details

Datum:
3. Oktober
Zeit:
17:30–20:00
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltung-Tags:
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Veranstalter

Bühnen im Haus der Statistik e. V.
E-Mail:
kontakt@nie.zone
Website:
http://nie.zone

Studiolo (Wüste)

Erlesung: „Hannah Arendt liebt mich nicht“

„Hannah Arendt liebt mich nicht“ von Dana Lukasińska
Eine Theater-Mockumentary und PublikumsErlesung.

20. September 2020 | 19:00

Erlesung im Rahmen des Fabulamundi Abschlussfestivals und Rückschau der Dramatischen Republik vom 17.-20.September

„Hannah Arendt liebt mich nicht“ von Dana Lukasińska
Übersetzung: Andreas Volk
Eine Theater-Mockumentary und PublikumsErlesung.
Erdacht, Erbaut und Eingerichtet von Anne-Sylvie König, Stefan Oppenländer und Katharina Schleuder, Dauer ca. 90 Min

Beginn: 19 Uhr
Ort: Werkhof, hinter dem HdM

Die polnische Autorin Dana Lukasińska versucht sich Hannah Arendt, ihrer Zeit, ihren Befürwortern und Gegenspielern sowie Weggefährten zu nähern. Dabei werden keine Schauspieler:innen den Text lesen, sondern das Publikum, das damit aktiver Teil der Präsentation ist.

Details

Datum:
20. September
Zeit:
19:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Website:
www.dramatische-republik.de

Werkhof

Hörspiel: Extremophil. Live

19. September 2020 | 19:30 20:30

EXTREMOPHIL TEIL 1.

Ein work in progress live Hörspiel (Wiederaufnahme der szenischen Einrichtung vom November 2018 in der Dramatischen Republik).

Stimme: Anna Schmidt / Live Musik: HAARMANNHOMMELSHEIM  / Regie: Irene Mattioli /  Dramaturgie: Albert Tola

Extremophil von Alexandra Badea beschreibt die mikroskopische Bewegung der Gedanken von drei anonymen Figuren, die sich in einer digitalisierten kapitalistischen Gesellschaft befinden. Die Welt ist kühl und entfremdet, der Wettbewerb scheint viel zu stark zu sein. Gibt es keine Tür mehr um raus zu gehen?

Details

Datum:
19. September
Zeit:
19:30–20:30
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Website:
http://www.dramatische-republik.de

Haus A (ehem. Apotheke)

Karl-Marx-Allee 1
Berlin, 10178

Performance: Lost in Language

19. September 2020 | 19:00 19:30


„Lost in language“ von Lea Barletti und Elzbieta Chovaniec


Solo-Performance mit Lea Barletti, Dauer: ca. 15 min

„Lost in language“ ist eine Performance, die die italienische Regisseurin und Schauspielerin Lea Barletti mit der polnischen Autorin Elzbieta Chovaniec innerhalb einer Woche in Danzig erarbeitet hat. Sie erzählt eine Geschichte über den allmählichen Verlust der Sprechfähigkeit und die Entdeckung einer neuen Form der Kommunikation.

Haus A (ehem. Apotheke)

Karl-Marx-Allee 1
Berlin, 10178
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Lesung: Nationalstraße

18. September 2020 | 19:00 21:00

NATIONALSTRAßE / Národní třída von Jaroslav Rudiš

Eine Szenische Lesung mit Margarita Breitkreiz, dem Musiker Vladimir Stramko und Gästen.

Er ist wieder da. Zack Zack Zack. Steig ein. Der seltsame Sheriff aus der Prager Nordstadt sitzt am Steuer. Fiebertrip in den Untergang. Und der einsame Wolf freut sich drauf. Zack! Mitten in Dein Universum. Und nochmal: Zack! Hauptsache Du spürst die Vibrationen. Wie hier alles langsam in den Sumpf zurück sinkt. Er nimmt Dich ordentlich ins Gebet. Damit Du weißt, wie das Leben läuft. Keiner hat einen Blechmagen. Jeder muss seine Ängste überwinden. Jeder hat eine Wunde. Punkt. Hat hier einer ein Problem? Sei nicht so empfindlich, Herr Oberschlau. Tschechischer Humor halt. Ein bisschen Spaß wird man ja doch noch haben dürfen, oder? Und… action!

Regie: Daniel Wittkopp

Details

Datum:
18. September
Zeit:
19:00–21:00
Veranstaltungskategorien:
,
Veranstaltung-Tags:
, ,
Website:
https://www.danielwittkopp.de/ http://www.dramatische-republik.de/

Haus A (ehem. Apotheke)

Karl-Marx-Allee 1
Berlin, 10178

Abschlussfestival: Fabulamundi

Als Abschluss des dreijährigen internationalen Projekts Fabulamundi Playwriting Europe – Beyond Borders? zeigt das Interkulturelle Theaterzentrum Berlin (Itz) noch einmal ausgewählte Inszenierungen und szenischen Einrichtungen, die im Laufe der letzten zwei Jahre im Rahmen der Dramatischen Republik gezeigt worden sind.

17. September 2020 | 19:00 20. September 2020 | 22:00

Fabulamundi Abschlussfestival und Rückschau Dramatische Republik 17.-20. September

Als Abschluss der Aktivitäten im Rahmen des dreijährigen internationalen Projekts Fabulamundi Playwriting Europe – Beyond Borders? zeigt das Interkulturelle Theaterzentrum Berlin noch einmal gebündelt ausgewählte Inszenierungen und szenischen Einrichtungen, die im Laufe der letzten zwei Jahre im Rahmen der monatlichen Dramatischen Republik, die vom Itz an wechselnden Orten organisiert wurde, zu sehen waren. Ergänzt wird das Programm zudem durch diverse Online-Aktivitäten, die die europäischen Partner von Fabulamundi im Lauf der Woche vom 12.-20. September veranstalten. Dazu gehören diverse Video-Lectures namhafter Autoren, Talks mit Theatermachern und Autoren, Ausstrahlung von Videoaufzeichnungen von Inszenierungen und Gespräche zwischen Autoren und Übersetzern. Das genaue Programm ist auf der Webseite von Fabulamundi einsehbar: www.fabulamundi.eu

Im Haus der Statistik ( Karl Marx Allee 1) werden vom 17. bis 20. September hingegen live noch einmal folgende Aufführungen zu sehen sein:

17.9./ 19 Uhr: Beginn vor der Werkstatt am Döner Imbiss in der Karl Marx Allee,
„Eine unendliche Geschichte“ von Artur Palyga, Übersetzung: Antje Miller-Ritter, Dauer ca.180′. Eine szenische Lesung in mehreren Stationen von und mit Werner Waas und Daniel Wittkopp & Gästen, wie Frank Bergner, Harald Wissler u.v.m.

Die Prozession folgt dem hybriden Leichenwagen unter den Blicken der sozialistischen Plattenbauten als heilige Fahrt über mehrere Stationen. Begleitet von Gilgamesch und einer weihrauchgeschwängerten mobilen Bar mleczny wird das Gewisper der Gespenster trotz der Schallplatte von The Shadows (voll aufgedreht) und dem Żywiec in der Faust bis zum letzten Akt immer lauter. Und der Gott ist gegen uns. Dann: Szene 8 unvollendet. Versus populum. Betet für uns!

18.9./19 Uhr:  Treffpunkt Karl Marx Allee 1, vor Haus A, Haus der Statistik „Nationalstraße“ von Jaroslav Rudiš, Übersetzung: Eva Profousová.
Dauer ca. 45 ‚. Szenische Lesung mit Margarita Breitkreiz, dem Musiker Vladimir Stramko und Gästen
Regie: Daniel Wittkopp

Zack Zack Zack. Steig ein. Der seltsame Sheriff aus der Prager Nordstadt sitzt am Steuer. Fiebertrip in den Untergang. Und der einsame Wolf freut sich drauf. Zack! Mitten in Dein Universum. Und nochmal: Zack! Hauptsache Du spürst die Vibrationen. Wie hier alles langsam in den Sumpf zurück sinkt. Er nimmt Dich ordentlich ins Gebet. Damit Du weißt, wie das Leben läuft. Keiner hat einen Blechmagen. Jeder muss seine Ängste überwinden. Jeder hat eine Wunde. Punkt. Hat hier einer ein Problem? Sei nicht so empfindlich, Herr Oberschlau. Tschechischer Humor halt. Ein bisschen Spaß wird man ja doch noch haben dürfen, oder? Und… action!

18.9./ 21 Uhr:  Hintere Wüste, Innenhof des Hauses der Statistik
„Stillleben mit Schauspielern“ von Fabrizio Sinisi, Übersetzung: Werner Waas
Dauer ca. 30 min., Italienisch/Deutsch mit Übertiteln
Mit Lea Barletti, Werner Waas, Regie Barletti/Waas

„Alles Schauspieler, diese Menschen, und von einer niedrigen, totalen Art von Spiel: Wie im Fegefeuer des Überlebens.“ 
Was bleibt von uns, jenseits unserer schon vorgeschriebenen Rollen. „Leere im Kosmos“, absolute Vereinzelung, der Stillstand und Tod im Leben. Ein Mann und eine Frau erkennen sich, vor dem Hintergrund von Venedig, einer zur Schlacht ausufernden Demonstration und eines ermordeten Dichters. Wir werden Zeugen einer Bewusstwerdung und eines Versuchs, absolut ehrlich zu sein, vor sich und den anderen. Ein radikaler poetischer Akt.

19.9./ 19 Uhr: Foyer im Haus A, Haus der Statistik
„Lost in language“ von Lea Barletti und Elzbieta Chovaniec
Solo-Performance mit Lea Barletti, Dauer ca. 15 min.

„Lost in language“ ist eine Performance, die die italienische Regisseurin und Schauspielerin Lea Barletti mit der polnischen Autorin Elzbieta Chovaniec innerhalb einer Woche in Danzig erarbeitet hat. Sie erzählt eine Geschichte über den allmählichen Verlust der Sprechfähigkeit und die Entdeckung einer neuen Form der Kommunikation.

19.9./ 19.30: Theaterraum im Haus A, Haus der Statistik
„Extremophil“ von Alexandra Badea, Übersetzung: Frank Weigand
Ein work in progress live Hörspiel, Dauer ca. 1h
Stimme: Anna Schmidt, Live Musik: HAARMANNHOMMELSHEIM
Regie: Irene Mattioli, Dramaturgie: Albert Tola

Extremophil von Alexandra Badea beschreibt die mikroskopische Bewegung der Gedanken von drei anonymen Figuren, die sich in einer digitalisierten kapitalistischen Gesellschaft befinden. Die Welt ist kühl und entfremdet, der Wettbewerb scheint viel zu stark zu sein. Gibt es keine Tür mehr um raus zu gehen?

20.9./ 19 Uhr: Werkhof, Haus der Statistik
„Hannah Arendt liebt mich nicht“ von Dana Lukasińska, Übersetzung: Andreas Volk, Eine Theater-Mockumentary und PublikumsErlesung. Erdacht&Erbaut&Eingerichtet von Anne-Sylvie König, Stefan Oppenländer und Katharina Schlender Dauer ca. 90 min.

Die polnische Autorin Dana Lukasińska versucht sich Hannah Arendt, ihrer Zeit, ihren Befürwortern und Gegenspielern sowie Weggefährten zu nähern. Dabei werden keine Schauspieler:innen den Text lesen, sondern das Publikum, das damit aktiver Teil der Präsentation ist.

Zu Fabulamundi
Fabulamundi Playwriting Europe: Beyond Borders? is a cooperation project among theatres, festivals and cultural organisations from 10 EU Countries (Italy, France, Germany, Spain, Romania, Austria, Belgium, UK, Poland and Czech Republic) for the promotion of contemporary dramaturgy. The network aims to support and promote the contemporary playwriting across Europe, in order to reinforce and enhance the activities and strategies of the professionals and artists working in the sector and to provide the theatre authors and professionals with opportunities of networking, multicultural encounter and professional development. www.fabulamundi.eu. Itz Berlin is the only German partner in this edition 2018/2020.

Zur Dramatischen Republik
Die Dramatische Republik präsentiert monatlich seit Oktober 2018 europäische Stücke in Berlin als szenischen Lesungen, Publikumslesungen oder Werkstattinszenierungen an wechselnden Orten, wie dem TAK, Brotfabrik und am Haus der Statistik. Organisiert wird die Dramatische Republik vom Itz Berlin. In der Zeit zwischen 2018 und 2020 wurde sie durch das europäische Projekt Fabulamundi finanziert.

Für weitere Infos: www.dramatische-republik.de

Details

Beginn:
17. September | 19:00
Ende:
20. September | 22:00
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltung-Tags:
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Website:
www.dramatische-republik.de

Bühnen: Eine unendliche Geschichte

17. September 2020 | 19:00 22:00

EINE UNENDLICHE GESCHICHTE / Nieskończona historia von Artur Pałyga

Ein Stationendrama für 30 Personen, Chor und Orchester als Reise mit dem Toyota Prius Hybrid eines Bestattungsinstitut durch das heutige Polen. Die Prozession folgt dem hybriden Leichenwagen unter den Blicken der sozialistischen Plattenbauten als heilige Fahrt über mehrere Stationen. Begleitet von Gilgamesch und einer weihrauchgeschwängerten mobilen Bar mleczny wird das Gewisper der Gespenster trotz der Schallplatte von The Shadows (voll aufgedreht) und dem Żywiec in der Faust bis zum letzten Akt immer lauter. Und der Gott ist gegen uns. Dann: Szene 8 unvollendet. Versus populum. Betet für uns!

Von und mit Werner Waas, Daniel Wittkopp und den Gästen Harald Wissler, Frank Bergner u.v.m. , Ausstattung: Lena Hille

Ort:
Der Toyota Hybrid startet auf der Karl-Marx-Allee 1, vor Haus A.

Details

Datum:
17. September
Zeit:
19:00–22:00
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltung-Tags:
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Website:
http://www.dramatische-republik.de/

Veranstalter

Bühnen im Haus der Statistik e. V.
E-Mail:
kontakt@nie.zone
Website:
http://nie.zone

Haus A (ehem. Apotheke)

Karl-Marx-Allee 1
Berlin, 10178

Bühnen: La Agonia

30. August 2020 | 20:00 22:00

LA AGONIA – eine Oper in 7 Bildern

 mit dem Ensemble für zeitgenössische Musik SCHWARM 13

von und mit Anna Weißenfels, Daniel Wittkopp, T. Schlopsnies, Rory Price, Christina Themeli

SängerInnen: Tatjana Bielke, Ronald Bird, Gudrun Doberenz und Conny Voß
Text und Ansagen: T. Schlopsnies
Studiolo-Skulptur-Bühne von Erik Göngrich 2009-20
Kostüm in Kooperation mit Kostümkollektiv e.V.

Details

Datum:
30. August
Zeit:
20:00–22:00
Veranstaltungskategorien:
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Veranstalter

Bühnen im Haus der Statistik e. V.
E-Mail:
kontakt@nie.zone
Website:
http://nie.zone

Studiolo (Wüste)

Bühnen: Gothland

30. August 2020 | 18:30 22:00

GOTHLAND (o. fatale Strukturen der Dummheit)

Theaterstück des NIE-Kollektivs

Die Gothland Late Night Show war einmal erfolgreich – nun soll sie wiederbelebt werden, doch keiner weiß wie:
Mit Nazi- und Frauenwitzen kommt man nicht mehr an und Harald ist nach Hollywood. Zu allem Übel machen sich auch noch Zwischennutzer im Studio breit.

Eine Kolportage von Grabbes „Herzog Theodor Gothland“, die sich mit der Zwischennutzungspolitik Berlins, materiellen Grundlagen von Unterdrückung und Marginalisierung und dem unbedingten Willen zur Show befasst.

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Datum:
30. August
Zeit:
18:30–22:00
Veranstaltungskategorien:
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Website:
http://nie.zone

Veranstalter

Bühnen im Haus der Statistik e. V.
E-Mail:
kontakt@nie.zone
Website:
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Haus A (ehem. Apotheke)

Karl-Marx-Allee 1
Berlin, 10178

Bühnen: Hamletmaschine

29. August 2020 | 19:30 21:00

Im Jahr 2020 ernten wir erneut die Saat Europas. Die gewaltsame Vergangenheit mit ihrem Leichenmeer ragt in jedem Augenblick in die Fasern der Gegenwart und in jede mögliche Zukunft hinein. Ein Weiterleben, ein Besserleben scheint unmöglich geworden zu sein. Die Ruinen Europas: Hinter uns, vor uns, in uns und um uns herum. Auf der Bühne ein Sandkasten voller Leichen und der goldene Gong.

Die Hamletmaschine zeigt sich als ein Ort, an dem Atmen und Töten gleichbedeutend sind. Dieser Ort, an dem die Dialektik der Gewalt alles zu verschlingen scheint, wird von zwei letzten Menschen in einem immer wieder zu vollziehenden Ritual auf seine Risse und Öffnungen hin untersucht. Eine stotternde Beschwörungsformel, eine stolpernde Suche nach Orientierung im Innenraum der Maschine. Die Hoffnung: Der blutigen Luft einen Atemzug abzuringen. Ein Schimmern von Möglichkeit irgendwo zwischen Desinteresse, Belustigung und existenziellem Einsatz der Lebenssäfte. Zwischen dem Wunsch nach Maschine und Mensch.

Die Spielenden, mal Zeremonienmeister und -meisterinnen, mal gebeutelte Objekte des Rituals, werden immer wieder vor die Frage gestellt: Spreche und stolpere ich weiter, oder gehe ich nach Hause? Und: Woher kommt immer das ganze Blut im Raum? Und ist der „Engel mit dem Kopf im Nacken“ der Engel der Geschichte, oder hat er sich das Genick gebrochen, im Sturz von einer Bierbank? Während sie sich, zwischen zwei Schlägen des ewigen Gongs, in Wäldern aus baumelden Leichenbeinen verirren, Tote ausgraben, Kopfstand üben und Mütter zunähen, wird es vielleicht deutlich werden, warum die Madonna Brustkrebs hat.

Im Jahr 2020 ernten wir erneut die Saat Europas. Die gewaltsame Vergangenheit, mit ihrem Leichenmeer, ragt in jedem Augenblick in die Fasern der Gegenwart und in jede mögliche Zukunft hinein. Ein Weiterleben, ein Besserleben scheint unmöglich geworden zu sein. Aber dennoch muss es vollzogen werden, das Ritual, dessen Sinn hoffentlich beim Schlagen des letzten Gongs verständlich wird, in dem zwei Menschen vollziehen und vollzogen werden. Irgendwie kommen sie rein, irgendwie kommen sie raus und zwischendurch bluten sie.

Spielende: Stephanie Amarell/Julius Böhm; Regie: Henry Schlage; Bühnenbild: Sarah Wolters/Henry Schlage; Kostüm: Sarah Wolters; Musik: David Heim/Andrew Clarke

Tickets unter: Kontakt@nie.zone 

weitere Termine: 

22.08.20: 19:30 // 23.08.20: 19:30  // 29.08.20: 19:30 // Einlass 19:00

Details

Datum:
29. August
Zeit:
19:30–21:00
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltung-Tags:
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Wüste (Zwischenraum Haus D und HdM)