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ZUR AUSREISE AUFGEFORDERT

27. Februar | 19:00 22:00

Regie Navina Sundaram BRD 1977, 43 Min., OF

Im Anschluss gemeinsame Diskussion mit Merle Kröger

Die indische Familie Chatterjee soll nach fast 25 Jahren legaler Anwesenheit in Deutschland ihr Aufenthaltsrecht verlieren. Was sich aus Perspektive der Eheleute, ihrer beiden Kinder, der Behörden und Unterstützer*innen entfaltet, ist ein komplexer Fall jenseits klischeehafter Opfer- oder Täterbilder, und Sundaram unternimmt eine filmische Sezierung des Falls bis in die kleinsten Details. Damit unterläuft der Film die gängigen behördlichen Argumente und endet mit einem starken Appell für eine Reform des Ausländerrechtes und eine weniger am Arbeitsmarkt orientierte Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen an Migrant*innen, die zum Teil über Jahrzehnte in Deutschland Steuern und Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt haben.

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Die Veranstaltung ist Teil der Programmreihe

16.01.2022 bis 27.02.2022

DIE FÜNFTE WAND – Archivsichtungen mit Filmen von Navina Sundaram
Kuratiert von Merle Kröger und Mareike Bernien

ARD, ein Sonntagabend Mitte der 1970er Jahre, gegen 19 Uhr: „Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich begrüße Sie zur heutigen Ausgabe des Weltspiegel.“ Der Name der Moderatorin: Navina Sundaram. Eine Inderin im deutschen Fernsehen? Als politische Redakteurin und Auslandskorrespondentin womöglich? Unvorstellbar! Wie lesen sich 50 Jahre bundesdeutsche Zeitgeschichte durch die Augen einer Frau, die sich in einer von Männern und deutscher Mehrheitsgesellschaft dominierten Öffentlichkeit ihre Sichtbarkeit im doppelten Sinne erkämpfen musste? Die sich bis heute standhaft verweigert, sich für eine einzige Heimat, eine einzige Identität zu entscheiden? Und die dennoch für sich das Recht beansprucht hat: “gekommen, um zu bleiben”? Aufgewachsen in New Delhi, seit 1970 als Filmemacherin, Reisekorrespondentin und Moderatorin tätig. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, schreibt, mischt sich ein. Die fünfte Wand stellt die innenpolitischen Fernsehbeiträge Navina Sundarams aus den Jahren 1973 bis 1983 erstmals dem Berliner Publikum vor. Sundarams Blickpunkt einzunehmen, ihre Reportagen, Beiträge und Moderationen ins Zentrum zu stellen, heißt gleichzeitig von Innen und Außen auf bundesdeutsche Fernsehgeschichte zu schauen. Dabei steht sie im Zentrum als eine Autorin, die journalistisch Position bezieht: zu Internationalismus und Dekolonisierung, Klassenfrage, Rassismus, Einwanderung, zu indischer und bundesdeutscher Politik. Ergänzt werden die Filme durch Dokumente, Kommentare und weitere Fundstücke aus dem Archiv. Natürlich immer Sonntag abends, um 19 Uhr.

Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und in Kooperation mit dem Projekt Archive außer sich des Arsenal – Institut für Film und Videokunst und der Bundeszentrale für politische Bildung

Details

Datum:
27. Februar
Zeit:
19:00–22:00
Eintritt:
5
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
,
Webseite:
https://bi-bak.de/bi-bakino/die-fuenfte-wand/469-zur-ausreise-aufgefordert
Otto-Braun-Straße 70
10178 Berlin